Tagwagen
Englisch: daycoach
Normaler Eisenbahnwagen mit Sitzen, aber ohne Schlafmöglichkeiten.
Daycoach: Reisezugwagen mit Sitzplätzen für Kurz- und Mitteldistanzen
Ein Daycoach ist ein Personenbahnwagen mit fester Bestuhlung, aber ohne Schlafplätze. Er ist für Fahrten ausgelegt, die typischerweise einige Stunden bis etwa einen ganzen Tag dauern. Er unterscheidet sich grundlegend vom Schlafwagen, der Betten oder Schlafkabinen für Nachtfahrten bietet. Der Daycoach bietet nur das, was ein Fahrgast tagsüber braucht: einen Sitz, eventuell einen Klapptisch, Gepäcknetze über den Sitzen und Toiletteneinrichtungen. Die meisten Daycoaches haben zwischen 60 und 100 Sitzplätze, je nach Innenraumaufteilung und ob die Sitze in offener Salonanordnung oder in Abteilen angeordnet sind.
Die Sitzplatzdichte variiert je nach Einsatzzweck und Betreiberpräferenz. Hochgeschwindigkeits-Daycoaches nutzen häufig 2+2- oder 2+1-Anordnungen (zwei Sitze auf einer Seite, einer oder zwei auf der anderen) mit breiteren Gängen und größerem Sitzabstand für Komfort auf längeren Strecken. Pendler- und Nahverkehrs-Daycoaches können dichtere 3+2-Anordnungen haben. Der Sitzbezug besteht je nach Serviceausrichtung aus Kunstleder oder Stoff, wobei es um Strapazierfähigkeit oder Fahrgastkomfort geht. Moderne Daycoaches haben zunehmend Steckdosen an den Sitzen, USB-Ladeanschlüsse und kostenlose WLAN-Infrastruktur.
Konstruktion und Heizung
Daycoach-Aufbauten bestehen üblicherweise aus Stahlschweißkonstruktion oder Aluminium-Legierung auf Stahlrahmenbau. Der Dachaufbau enthält Lüftungskanäle und oft auf dem Dach montierte Klimaanlagen, um die Kabinentemperatur und Luftqualität auf längeren Fahrten zu halten. Fenster sind in der Regel mehrschichtig geklebt für Sicherheit und Lärmreduktion. Anders als Schlafwagen benötigen Daycoaches keine einzelnen Kabinenheizsysteme; sie nutzen zentrale Heizwärmetauscher aus der Lokomotive oder dezentralen Stromquellen, wobei die Temperatur durch Thermostate im Wagenkörper geregelt wird.
Der Begriff "Daycoach" entstand in der britischen Eisenbahnpraxis, um normale Sitzzüge von speziellen Schlafwagen zu unterscheiden, die lange Nachtfahrten prägen. In der nordamerikanischen Praxis bedeutet "Coach" allein normalerweise dies, während "Sleeper" für Wagen mit Schlafplätzen verwendet wird. Europäische Betreiber nutzen oft Personenwagen oder voiture voyageurs als Oberbegriff, mit Zusätzen für Schlaffähigkeit, soweit relevant.
Daycoaches bilden das Rückgrat von Regionalbahnnetzen und die Tagesabschnitte von Fernverkehrsdiensten. Sie sind günstiger im Betrieb als Schlafwagen, da sie keine Wäscheservice, weniger Personal und einfachere Instandhaltung brauchen. Ein typischer Regionalverkehrsbetreiber setzt Daycoaches morgens und abends in Pendlerspitzen ein, setzt sie dann in der Nebenverkehrszeit auf Freizeitstrecken um. Der Verschleiß an Sitzen und Innenausstattung ist auf viel genutzten Strecken erheblich; Polstererneuerung und Teppichaufarbeitung sind regelmäßige Wartungsaufgaben.