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Drucktechnik

Diamant

Englisch: diamond

nounDrucktechnikdated

Schriftgrad zwischen Brillant und Perl, standardisiert auf 4½ Punkt.

Diamond: eine kleine Schriftgröße von 4,5 Punkt, heute veraltet

Im Bleisatz war Diamond eine standardisierte Schriftgröße von 4,5 Punkt, die in der Hierarchie der sehr kleinen Schriften zwischen Brilliant (3,5 pt) und Perl (5 pt) lag. Sie gehörte zu einer Zeit, als Schriftgrößen individuelle Namen statt einfacher Punktangaben hatten, wobei jede Größe einem speziellen Metallkörper entsprach, den die Schriftgießereien herstellten. Diamond-Schrift kam in Fußnoten, Marginalien und dicht gepackten Referenzmaterialien zum Einsatz, wo es weniger auf Lesbarkeit ankam als darauf, Text auf kleinstem Raum unterzubringen.

Der Name selbst spiegelt die verspielten Benennungskonventionen der Schriftgießereien des 19. Jahrhunderts wider, bei denen kleine Größen oft Edelsteinnamen trugen: Brilliant, Diamond, Perl. Die Reihe setzte sich aufwärts fort mit Achat, Nonpareille, Minion und Brevier. Diese Namen unterschieden sich zwischen Gießereien und nationalen Traditionen leicht, was zu ständiger Verwirrung führte. Britische Setzer verwendeten für nominell äquivalente Punktgrößen manchmal andere Größennamen als amerikanische Kollegen.

Warum es verschwand

Diamond wurde veraltet während des Übergangs vom Bleisatz zur Offsetlithografie und digitalen Satzherstellung Mitte des 20. Jahrhunderts. Der moderne Satz verlässt sich nicht mehr auf die starre Körpergrößen-Bindung, die den Bleisatz definierte. Software ermöglicht es, jede beliebige Punktgröße frei zu setzen und macht standardisierte Zwischengrößen überflüssig. Ab den 1980er Jahren stellten Gießereien die Herstellung von Diamond ein und der Begriff verschwand aus dem aktiven Gebrauch, außer in historischen Texten und Archivarbeiten.

Wer alte Druckmaschinen bedient, Vintage-Schriftmuster untersucht oder historisches Druckgut restauriert, kann Diamond noch auf Musterkarten oder in Gießereikatalogen antreffen. Die Größe erzeugt nach heutigen Maßstäben unlesbares Druckbild und dient hauptsächlich als historische Kuriosität. Das Verständnis dieser veralteten Größennamen wird nur nötig, um Ersatz für beschädigte Typen bei Restaurierungsarbeiten zu finden oder wenn man alte Druckhandbücher und Anzeigen liest.

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