Rautenknotenpunkt
Englisch: diamond crossing
Eine höhengliche Kreuzung zwischen zwei sich kreuzenden Eisenbahngleisen.
Diamantkreuzung: vier Schienen treffen in einem X auf gleicher Ebene
Eine Diamantkreuzung ist eine ebenengleiche Kreuzung, bei der sich zwei Eisenbahnstrecken auf einer Ebene kreuzen und von oben betrachtet ein X bilden. Die vier Schienen, zwei von jeder Strecke, treffen sich in einem Mittelpunkt und ermöglichen es Zügen aus beiden Richtungen, die Kreuzung zu durchfahren, ohne anzusteigen oder abzusteigen. Dies unterscheidet sich von einer niveaugleichen Überführung, bei der eine Strecke über eine Brücke oder unter einem Damm an der anderen vorbeiführt.
Das Hauptproblem, das eine Diamantkreuzung löst, ist geometrischer Natur: zwei Eisenbahnstrecken können nicht denselben Raum einnehmen. Die Lösung besteht darin, sie auf gleicher Höhe kreuzen zu lassen, indem eine vier-spurige Kreuzung geschaffen wird, bei der sich die äußeren Schienen einer Strecke leicht auseinander spreizen, um den Schienen der kreuzenden Strecke Platz zu geben. Die Kreuzungsstelle selbst, der Punkt, an dem die Laufflächen zusammentreffen, benötigt besondere Gleisarbeiten. An dieser Stelle müssen Räder und Spurkränze durchgehend unterstützt werden; es darf keine Lücke oder Unterbrechung in der Lauffläche entstehen. Die Kreuzung wird daher als ein einziges starres Gussstück oder eine sorgfältig verschweißte Konstruktion, üblicherweise aus Manganschweisstahl oder gehärtetem Stahlguss, gefertigt, um die wiederholten Stoßlasten der Radlasten zu bewältigen.
Diamantkreuzungen sind häufig in Güterbahnhöfen, Bahnhöfen und städtischen Systemen anzutreffen, wo mehrere Strecken zusammentreffen. Sie sind billiger und schneller zu bauen als niveaugleiche Überführungen (Über- oder Unterführungen), erzeugen aber eine erhebliche betriebliche Einschränkung: beide Strecken müssen während Kreuzungsbewegungen verlangsamt oder stillgelegt werden, um Kollisionen zu vermeiden. Die Kreuzung erzeugt zudem Lärm und Vibrationen, besonders unter hoher Belastung, und der Übergang von einer Strecke zur anderen kann rau sein, wenn die Schienen nicht exakt in Spurweite und Höhe ausgerichtet sind.
Verschleiß und Instandhaltung
Das Gussstück oder die Schweißkonstruktion an der Kreuzungsstelle trägt konzentrierte Stoßlasten und verschleißt schneller als normales Gleis. Die Spurkranzrinnen, die Nuten zur Führung der Radspurkränze durch die Kreuzung, werden unter Verkehr allmählich breiter, was zu verstärktem Seitenspiel und rauerem Fahrverhalten führt. Dies beschleunigt den Verschleiß von Rädern und Schienen gleichermaßen. Kreuzungen werden regelmäßig inspiziert und ersetzt, wenn der Verschleiß Sicherheitsgrenzen überschreitet, üblicherweise nach mehreren Millionen Bruttotonnen Verkehr oder wenn die Spurkranzrinnen-Breite die Vorgaben überschreitet.
Diamantkreuzungen verdanken ihren Namen ihrer optischen Form: In der Aufsicht bilden die vier Zufahrtsstrecken die Eckpunkte eines Diamanten. Der Begriff ist in der nordamerikanischen Eisenbahnpraxis verbreitet; europäische Eisenbahnen verwenden oft den allgemeineren Begriff Niveaugleiche Kreuzung oder beziehen sich auf die spezifische Geometrie als Kreuzungsweiche. Moderne Eisenbahnsysteme bevorzugen zunehmend niveaugleiche Überführungen in stark frequentierten Streckenabschnitten, um die betrieblichen Verzögerungen und Sicherheitsrisiken zu vermeiden, die ebenengleiche Kreuzungen mit sich bringen.