Fischspant
Englisch: fish
Eine provisorische, längsverlaufende Verstrebung, ursprünglich fischförmig gestaltet, zum zeitweiligen Reparieren oder Verlängern eines Schiffssparrens oder Mastes.
Fish: ein hölzerner Splint für beschädigte Rahen und Masten
Ein Fish ist eine sich verjüngende hölzerne Strebe, die neben einer beschädigten Rahe oder einem Mast festgebunden wird, um dessen Festigkeit und Geradheit wiederherzustellen. In Notfällen auf See, wenn ein Mast reißt oder eine Rahe splittert, gewinnt ein Fish Zeit, indem er die Lasten über die Bruchstelle verteilt und dem Schiff ermöglicht, notdürftig in den Hafen zu gelangen, statt die Rahe ganz zu verlieren. Die Reparatur ist immer provisorisch, mit Tauwerk oder Drahtbindungen befestigt und nicht dauerhaft verankert.
Der Name stammt von der Form der frühen Ausführungen, die sich wie ein Fischkörper längs verjüngten. Traditionelle Fisches wurden aus verfügbarem Deck-Holz gehauen, grob zugehauen und an den Bindungsstellen mit Marline oder Leder umwickelt, um die Reibung zu verteilen. Ein Fish erstreckt sich üblicherweise über die gesamte Länge des beschädigten Bereichs oder länger und überlappt intaktes Holz auf beiden Seiten des Bruches. Das Holz selbst spielt für provisorische Arbeiten keine große Rolle: Kiefer, Eiche oder sogar Bambus haben je nach Schiffsladung ausgereicht.
Der Fish wird neben die beschädigte Rahe positioniert und durch mehrere Bindungen in Abständen von 45 bis 90 Zentimetern an Ort und Stelle gehalten. Jede Bindung umwickelt sowohl den Fish als auch die Rahe und zieht sie fest zusammen. Lederstücke oder Leinwand-Polster zwischen Holz und Tauwerk verhindern, dass die Bindungen beim Arbeiten des Schiffs in der Dünung in die Rahe schneiden. Der Fish verteilt die Biegungslast auf unbeschädigte Teile der Rahe und verteilt damit die Spannung auf einen größeren Querschnitt.
Hölzerne Fisches bleiben bei traditionellen Seglern und Holzwerften Standardpraxis, obwohl moderne Stahl- und Aluminiumrahen üblicherweise auf dem Dock repariert oder ganz ersetzt werden. In der Tradition der Arbeitssegler und in Schifffahrtsmuseen ist der Fish immer noch die anerkannte Notfallreparatur. Er erscheint in Seemannschaftslehrbüchern des 19. Jahrhunderts und wird weiterhin verwendet, wo hölzernes Takelwerk erhalten ist. Der Begriff wurde gelegentlich auch auf ähnliche hölzerne oder metallische Verstärkungsplatten in anderen maritimen Zusammenhängen angewendet, doch die Grundbedeutung bleibt die provisorische Rahen-Reparatur.