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Schiffbau und Werft

Anker lichten

Englisch: weigh

Einen Anker vom Meeresgrund befreien und aufholen.

Anker lichten: den Anker vom Grund hochziehen

Anker lichten bedeutet, ihn mit mechanischer Kraft vom Meeresgrund zu heben, in der Regel mit einer Winde oder einem Spill. Dies bricht die Verankerung des Ankers und bereitet das Schiff zur Abfahrt vor. Der Begriff bezieht sich speziell auf die Hubaction selbst, nicht nur darauf, dass der Anker schlaff ist oder teilweise schwebt.

Der Prozess beginnt, wenn die Schiffswinde oder Ankerwinde Spannung auf das Ankertau oder die Ankerkette aufbaut. Wenn das Schiff vorwärts fährt oder die mechanische Kraft zieht, bricht die Ankerkrone aus Schlamm, Ton, Sand oder felsigem Grund frei. Moderne Schiffe mit elektrischen oder hydraulischen Winden können den Anker in Minuten lichten; bei älteren Schiffen mit handbetriebenen Spills war erhebliche Manschaftskraft erforderlich. Das Gewicht des Ankers selbst, typischerweise 5 bis 20 Tonnen auf einem Mehrzweckfrachter, ist weniger entscheidend als der Widerstand durch Sogwirkung oder Eindringung im Meeresgrund.

Schwierigkeiten treten auf, wenn ein Anker sich verfängt: das Tau oder die Flunken wickeln sich um Wrackteile, Felsen oder andere Taue am Grund und verhindern die glatte Bergung. Zu starkes Ziehen an einem verfangenen Anker riskiert, das Tau zu reißen oder die Winde zu beschädigen. Erfahrene Besatzungen nutzen Slack- und Surge-Techniken, wobei die Schiffsbewegung den Anker freizuarbeiten hilft, statt konstante Zugkraft aufzubringen. Ein festsitzender Anker kann zum Durchschneiden des Taues und zum vollständigen Aufgeben des Ankers führen.

Das nautische Verb lichten hat altenglische Wurzeln mit der Bedeutung heben oder tragen, verwandt mit dem Lichten von Ladung. Es ist nicht verwandt mit dem modernen Sinne des Wiegens von etwas auf einer Waage. Diese ältere Bedeutung überlebt hauptsächlich in der Seefahrtsterminologie und wird selten außerhalb des Schiffskontextes gebraucht.

Der Ausdruck unter Segel, was ein Schiff in Bewegung zwischen Ankerplätzen bedeutet, wird manchmal verwechselt mit in Fahrt oder geschrieben als unterdamit. Genau genommen bezieht sich unter Segel auf den Moment, wenn der Anker geholt wird und das Schiff sich zu bewegen beginnt; in Fahrt bedeutet unter Motorantrieb oder Segel fahrend. Der moderne Sprachgebrauch behandelt die Begriffe oft gleichbedeutend, obwohl die Seefahrtstradition den Unterschied bewahrt.

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