Feuersteinfühler
Englisch: flint mill
Ein veraltetes Gerät zur Beleuchtung am Arbeitsplatz des Bergmanns, bei dem Feuerstein auf einem rotierenden Rad Funken schlagen erzeugte, ohne dabei das Grubengas zu entzünden.
Feuerstein-Schlagwerk: Funkenfeuer für Bergarbeiter unter Tage
Ein Feuerstein-Schlagwerk war eine mechanische Vorrichtung, die in Kohlegruben Licht durch das Schlagen von Funken aus Feuersteinen erzeugte. Sie war speziell für Atmosphären konzipiert, in denen offene Flammen das Grubengas (Methan) zur Explosion bringen würden. Das Funktionsprinzip bestand aus einem rotierenden Rad oder einer Scheibe mit eingesetzten Feuerstein-Knollen, die wiederholt auf eine Stahlfläche schlugen und dabei einen Funkenregen erzeugten, der hell genug war, um einen kleinen Arbeitsbereich zu beleuchten. Die ständige Schlagbewegung, oft von Hand oder durch einen Federmechanismus angetrieben, sorgte dafür, dass Feuerstein-Trümmer herunterfiel und die Oberflächen zum Funkenerzeugung ständig erneuert wurden.
Das Feuerstein-Schlagwerk löste ein kritisches Sicherheitsproblem in tieferen Gruben, wo Kerzen und Öllampen verboten waren. Eine offene Flamme hätte sich an angesammeltem Methan entzündet und Explosionen verursacht, die Bergarbeiter töteten und Grubenbaue zerstörten. Feuerstein-Schlagwerke erzeugten nur Licht und Wärme, ohne Flamme, um Verbrennungen auszulösen. Die Funken waren heiß genug zum Sehen, allerdings deutlich schwächer als eine Kerze und beleuchteten normalerweise nur wenige Meter vor dem Bergarbeiter. Verschiedene Ausführungen verwendeten entweder handgekurbelte Räder oder federgetriebene Mechanismen; einige Geräte waren auf Bergarbeiterhelmen befestigt oder wurden in der Hand gehalten.
Die Vorrichtung hatte erhebliche praktische Einschränkungen, die einer universellen Verbreitung entgegenstanden. Feuerstein verschleißt schnell und muss häufig erneuert werden, was die Nutzung des Werkzeugs teuer machte. Der Funkenregen ist unvorhersehbar und richtungsabhängig, weshalb der Bergarbeiter die Ausrichtung sorgfältig kontrolieren musste. Feuchte oder nasse Bedingungen in der Grube verringerten die Zuverlässigkeit der Funkenerzeugung. Feuerstein-Schlagwerke waren am nützlichsten in flachen Gruben oder in Grubenbereichen mit geringem Grubengasrisiko, wo das schwache Licht akzeptabel war und der Sicherheitsvorteil den Einsatz rechtfertigte.
Ersatz und Verdrängung
Das Feuerstein-Schlagwerk wurde mit der Einführung der Davy-Lampe im Jahr 1815 obsolet. Diese Lampe verbrannte eine offene Flamme sicher in einem Drahtnetzgitter, das Flammen daran hinderte, bis zu außenliegendes Grubengas zu gelangen. Später ersetzten elektrische und Karbidlampen schließlich alle flammengestützten und reibungsgestützten Beleuchtungssysteme unter Tage. Im späten neunzehnten Jahrhundert waren Feuerstein-Schlagwerke aus dem aktiven Grubenbetrieb weitgehend verschwunden. Das Prinzip der reibungserzeugten Funken tauchte allerdings in anderen Zusammenhängen wieder auf, etwa bei frühen Sprengausrüstungen und Überlebenszubehör.