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Drucktechnik

Folio

Englisch: folio

Eine Seitenzahl; die geraden Folios befinden sich auf den linken Seiten und die ungeraden Folios auf den rechten Seiten.

Folio: fortlaufende Seitennumerierung in einem gebundenen Buch oder einer Broschüre

In der Drucktechnik ist ein Folio einfach die Seitenzahl, die auf einer Seite gedruckt wird, typischerweise in der Kopf- oder Fußzeile. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen für "Blatt", weil frühe gedruckte Bücher nach Blättern statt nach Seiten numeriert wurden, sodass ein Blatt zwei Folionummern trug (eine für jede Seite). Heute bezieht sich das Wort meist auf die Nummer selbst, kann aber auch das Blatt oder Blatt bezeichnen, das sie trägt.

Die konventionelle Foliopositionierung folgt einer strikten Regel: Ungerade Folionummern erscheinen auf den rechten (Recto-)Seiten und gerade Folionummern auf den linken (Verso-)Seiten. Die Titelei eines Buches, wie Titelseiten und Vorwort, nutzt oft kleingeschriebene römische Ziffern (i, ii, iii, iv), während der Haupttext arabische Ziffern verwendet (1, 2, 3). Diese Unterscheidung hilft Lesern, sich in unnummerierten Vorbemerkungen zurechtzufinden, ohne die Zählung des Textes zu unterbrechen.

Folios erfüllen eine wichtige Funktion beim Binden und bei der Collation. Wenn mehrere Lagen (gefaltete und geschnittene Papiersektionen) zusammengetragen und zusammengenäht werden, ermöglichen die Folionummern den Druckern und Bindern zu überprüfen, dass die Seiten in der richtigen Reihenfolge vorliegen und keine Blätter fehlen oder doppelt vorkommen. Falsch platzierte oder doppelte Folios beim Binden deuten auf einen Druckfehler oder ein Collatationsfehler hin, der vor der Fertigstellung erkannt werden muss.

Varianten und Positionierung

Die Folioposition variiert je nach Hausstandard. Einige Bücher zentrieren die Folio am Fuß der Seite, andere platzieren sie in der äußeren Spalte (zum Rücken hin auf Verso-Seiten, zum äußeren Rand hin auf Recto-Seiten). Kolumnentitel oder laufende Titel begleiten oft die Folio und zeigen den Kapitelnamen oder Buchtitel auf wechselnden Seiten. In technischen Handbüchern und Nachschlagewerken können Folios an mehreren Stellen erscheinen, um schnelles Auffinden von Seiten zu unterstützen.

Modernes digitales Publizieren hat traditionelle Foliokonventionen verkompliziert. PDF-Dokumente und eBooks vergeben Seitennummern algorithmisch, was manchmal Abweichungen zwischen visueller Seitenzählung und interner Numerierung schafft, besonders wenn Titelei hinzugefügt oder entfernt wird. Druckereien überprüfen daher Foliosequenzen während der Druckvorbereitung mit Hilfe von Signaturmarken und Druckbogen, bevor der Auftrag in den Druck geht.

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