Quoins einsetzen
Englisch: quoin up
Quoins vor dem Festmachen in Position bringen.
quoin up: Festziehen der Metallkeile, die ein Schriftform-Paket in der Druckerei arretieren
Im Bleisatz bedeutete quoin up, Quoins einzusetzen und festzuziehen, also jene Metallkeile, die ein Schriftform-Paket im Chase starr hielten. Ein Quoin (gesprochen "coin") war ein Stahl- oder Messingkeil, meist L-förmig oder rechteckig, den man in die schmalen Spalten zwischen Form und Chase-Wand trieb. Das Verfahren erforderte einen Quoin Key, ein T-förmiges Werkzeug, das in Kerben am Keilkopf passte und dem Drucker Hebelwirkung gab, um den Keil einzutreiben. Ohne korrektes Quoining verschob sich die Type während des Drucks, was zu unscharfen oder falsch ausgerichteten Abdrücken führte.
Das Verfahren erforderte Geschick und Urteilsvermögen. Zu wenig Druck ließ die Form lose und instabil; zu viel konnte die Type verbiegen oder gegen die Chase-Kante drücken. Ein Drucker quoinete entlang beiden Achsen auf, arbeitete methodisch und sorgte für gleichmäßigen Druck über die gesamte Form. Die Reihenfolge zählte: Keile wurden üblicherweise in bestimmter Folge angezogen, um Lufteinschlüsse zu vermeiden oder Spannungsspitzen zu schaffen, die spröde Type oder in den Chase eingesperrte Holzschnitte hätten beschädigen können.
Über Jahrhunderte der Druckpraxis entstanden verschiedene Quoin-Konstruktionen. Einfache Keile erforderten manuelle Kraft; später ermöglichten Schraubkeile feinere Kontrolle durch Drehung. Manche Drucker bevorzugten Messingkeile wegen ihrer nicht-magnetischen Eigenschaften bei der Arbeit neben Stahltypen; andere wählten Stahl für bessere Haltbarkeit. Der Quoin Key selbst gab es in verschiedenen Gewichten und Griffformen, was regionale Vorlieben und die Größe der Druckerei widerspiegelte. Großformatige Arbeiten erforderten schwerere Keile und längere Keys, um ausreichende Spannkraft zu erzeugen.
Quoin up war Routinearbeit, dutzende Male täglich in einer aktiven Druckerei wiederholt, wurde aber selten in technischen Handbüchern dokumentiert. Lehrlinge lernten das Gefühl durch Wiederholung, entwickelten ein intuitives Gespür für den Moment, wenn genug Druck aufgebracht war. Der Begriff überlebte in der Druckgeschichte und in Sammlungen antiker Ausrüstung, die Praxis aber verschwand, als Offsetlithografie und digitale Druckverfahren den Bleisatz Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts als dominierende Technologie ablösten.