Gibson-Ring
Englisch: Gibson ring
Sicherungsring zum Befestigen eines Stahlreifens auf dem Rad von Schienenfahrzeugen.
Gibson-Ring: die Federklammer, die einen Stahlradreifen fest auf der Felge sitzt
Ein Gibson-Ring ist eine geteilte Sicherungsring, der einen Stahlreifen auf die Felge eines Lok- oder Güterwagen-Rades presst. Der Reifen, üblicherweise 40 bis 80 Millimeter dick, ist die Lauffläche auf der Schiene; der Ring sitzt in einer flachen Rille im Radkörper unter dem inneren Durchmesser des Reifens und hält durch seine Spannung den Reifen unter Betriebslast und Fliehkraft davon ab, nach außen zu rutschen.
Der Ring selbst ist ein einzelnes Stück Federstahl, an einer Stelle aufgeschnitten, sodass zwei übereinanderliegende Enden entstehen. Wenn er leicht zusammengedrückt und in die gerillte Vertiefung gepresst wird, dehnt er sich gleichmäßig radial gegen den Reifen. Diese Bauweise ist einfacher und billiger als die Alternative: der Reifen wird schrumpfgepresst, indem man ihn erhitzt und abkühlen lässt. Das erfordert keine zusätzliche Hardware, verlangt aber genaue Temperaturkontrolle und lässt nach dem Erkalten keinen Spielraum für Anpassungen.
Wartung und Verschleiß
Gibson-Ringe nutzen sich mit der Zeit ab und ermüden. Wenn die Spannung nachlässt, kann der Reifen verrutschen oder sich sogar ablösen, was zu einem gefährlichen Zustand führt, der Rollmaterial entgleisen oder Teile zerstreuen kann. Ringe müssen regelmäßig im Rahmen der planmäßigen Radwartung gewechselt werden. Der Ring kann auch brechen oder verrutschen, wenn das Rad schwere Stoßlasten erfährt, besonders beim rauem Rangieren oder wenn die Schienenbahn stark verschlissen ist und Stöße verursacht.
Der Gibson-Ring ist nach seinem Erfinder oder dem Unternehmen benannt, das ihn bei britischen und Commonwealth-Bahnen weit verbreitet machte. In der nordamerikanischen Praxis ist er weniger gebräuchlich, dort sind Schrumpfverbindungen und Reifenbolzungen üblicher. Allerdings bleibt er in vielen europäischen Eisenbahn-Kontexten und bei Museumsbahnen die bevorzugte Methode, wo Räder regelmäßig in Werkstätten überarbeitet und wieder montiert werden und wo Wirtschaftlichkeit und Einfachheit gegenüber der Kapitalinvestition in Heizanlagen bevorzugt werden.