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Bahntechnik

Rangierlok

Englisch: shunter

Eine Eisenbahn-Lokomotive, die zum Rangieren von Zügen verwendet wird.

Rangierlok: der Allrounder, der Güterwagen umrangiert

Eine Rangierlok ist eine kleine Lokomotive zum Verschieben einzelner Güterwagen oder kurzer Züge zwischen Nebengleisen, Laderampen und Abstellgleisen innerhalb eines Rangierbahnhofs oder einer Betriebsanlage. Im Gegensatz zu Streckenloks, die für andauerndes Fahren in hohen Geschwindigkeiten ausgelegt sind, haben Rangierloks niedrige Geschwindigkeitsleistung, einen engen Wendekreis und häufiges Anhalten und Anfahren im Fokus. Sie sind die Schwerarbeiter der Rangiertätigkeit und können beladene Wagen mit Geschwindigkeiten von kaum über 20 km/h schieben oder ziehen.

Rangierloks gibt es in zwei grundlegende mechanische Ausführungen: Dieselhydraulisch und Dieselelektrisch. Dieselhydraulische Rangierloks, häufig in europäischen Rangierbahnhöfen anzutreffen, nutzen eine Flüssigkeitskupplung und ein Getriebe, um die Kraft direkt von einem kleinen Dieselmotor zu übertragen. Dieselelektrische Rangierloks haben einen bordgestützten Generator, der Elektromotoren für den Antrieb versorgt und bietet sanftere Beschleunigung und bessere Kontrolle in beengten Verhältnissen. Beide Typen sind typischerweise deutlich kürzer und leichter als Streckenlokomotiven, wiegen häufig 30 bis 50 Tonnen, und verfügen über Führerstände mit 360-Grad-Sichtbarkeit für die Rangierer.

Rangierloks verbringen ihr ganzes Arbeitsleben mit wiederholten Stößen und ruckartigen Bewegungen: Ankuppeln an stehende Wagen, Ziehen schwerer Wagons durch Weichen in niedriger Geschwindigkeit, präzises Zurückfahren in beengten Rangierbahnhöfen. Der Kupplungs- und Entkupplungszyklus, der viele Male pro Schicht erfolgt, belastet Rahmen und Drehgestelle erheblich. Zugstangen und Kupplungsausrüstung verschleißen schnell. Viele Rangierbahnhöfe betreiben Rangierloks in drei Schichten, um den Betrieb am Laufen zu halten, und Wartungsintervalle sind häufig und arbeitsintensiv.

Der Begriff Rangierlok leitet sich direkt vom Verb rangieren ab, was bedeutet, ein Eisenbahnfahrzeug von einem Gleis auf ein anderes zu verschieben, ursprünglich von Hand oder mit Tierkraft vor dem mechanisierten Schienenverkehr. Im nordamerikanischen Sprachgebrauch wird dieselbe Maschine oft als Yard Engine, Yard Locomotive oder Switcher bezeichnet, wobei Switcher sich häufiger auf die Person bezieht, die die Lokomotive bedient. Britische und europäische Eisenbahnen vereinheitlichten Rangierlok als Gerätebegriff und Rangieren als Bezeichnung für den Arbeitsvorgang.

Moderne Rangierloks müssen Weichen mit Präzision befahren und unter allen Wetterbedingungen arbeiten. Viele sind nun mit Funkfernsteuerungen ausgerüstet, die es einem Bediener ermöglichen, sich vom Fahrzeug zu entfernen und die Bewegungen optisch zu lenken. Ältere Rangierloks verließen sich ganz auf Handzeichen oder die Anleitung durch Rangierer vor Ort. Der Einsatz bleibt körperlich anspruchsvoll für Maschine und Bediener und macht die Rangierlok zu einem der am stärksten belasteten und sorgfältig gewarteten Teile der Eisenbahninfrastruktur in jedem Betriebsgelände.

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