Gold blocking
Englisch: gold blocking
Ein Verfahren, bei dem Goldfolie oder andere metallische Folien mittels Wärme und Druck aus einer gravierten Platte oder einem Stempel auf eine Oberfläche geprägt werden, um Muster oder Verzierungen zu erzeugen.
Goldprägung: mit Hitze aufgepresste Metallfolie auf Papier und Karton
Die Goldprägung überträgt dünne Metallfolie mit einem beheizten Metallstempel und Druck auf einen Untergrund (üblicherweise Papier, Karton oder Stoff). Der Stempel mit graviertem oder reliefiertem Muster wird gegen die Folie gedrückt, die auf dem zu verzierenden Material liegt. Wärme, typischerweise 150 bis 200 Grad Celsius, aktiviert eine Klebstoffschicht auf der Folienseite, die sofort haftet. Wenn der Stempel abgehoben wird, bleibt die Folie nur dort, wo das Muster Kontakt hatte, und hinterlässt scharfe, glänzende Abdrücke.
Die Folie selbst ist ein Laminat: eine dünne Schicht aus Aluminium, Kupfer oder anderen Metallen (üblicherweise 0,5 bis 1 Mikron dick), auf eine Kunststoffrückseite geklebt, typischerweise Polyester oder Celluloseacetat. Diese Trägerfolie ermöglicht es, die Folie auf Rollen zu wickeln und durch Prägemaschinen zu führen, ohne dass sie reißt. Der Klebstoff zwischen Folie und Träger muss sauber ablösen, wenn Wärme und Druck wirken, sonst haftet die Folie am Stempel statt am Untergrund.
Maschinentypen und Betriebsweise
Handbetriebene Plattenpressen sind in kleinen Werkstätten verbreitet: der Arbeiter positioniert Folie und Material, zieht einen Hebel, um den beheizten Stempel zu senken, hält ihn kurz und hebt ihn dann ab. Industriemaschinen nutzen automatisches Zuführen, beheizte Platten oder Walzensysteme und präzise Druckeinstellung. Rotationsprägemaschinen mit beheizter Walze oder Rad laufen kontinuierlich und eignen sich für lange Serien auf flexiblen Materialien. Der Druck muss sorgfältig eingestellt werden: zu wenig und die Folie haftet nicht; zu viel zerstört den Untergrund oder beschädigt feine Musterdetails.
Das Verfahren funktioniert best auf glatten, nicht saugenden Oberflächen. Glänzender Karton, Leder, Stoff und gestrichene Papiere nehmen die Folie zuverlässig an. Ungestrichene, raue oder saugende Papiere stoßen die Folie oft ab, weil der Klebstoff keine starke Verbindung schnell genug aufbaut. Temperatur und Kontaktdauer schwanken je nach Folientyp und Untergrund: typischerweise 0,5 bis 2 Sekunden. Stempel verschleißen allmählich und müssen nach Hunderttausenden von Abdrücken je nach Druck und Material erneuert werden.
Die Goldprägung ist weit verbreitet bei Buchdeckeln, Verpackungen, Etiketten und feinen Papierwaren. Der Name bleibt, obwohl Folie auch in Silber, Kupfer, Hologramm und Farben erhältlich ist. Hologrammfolien mit Interferenzmustern in der Metallschicht sind für Sicherheit und Premium-Branding verbreitet. Das Verfahren wird manchmal auch als Heißprägen oder Folienprägen bezeichnet, wobei Goldprägung traditionell das Metallfinish und den Dekorationszweck betont.