invasive Fremdart
Englisch: invasive exotic
Art oder Individuum einer Art, das einer Umgebung nicht heimisch ist und diese bei Einbringung durch Verdrängung der heimischen Arten überwuchert.
invasive Neophyt: eine gebietsfremde Art, die das Heimische verdrängt
Ein invasiver Neophyt ist eine Pflanze, ein Tier oder ein Mikroorganismus, der außerhalb eines gegebenen Ökosystems heimisch ist und sich so aggressiv etabliert, dass er heimische Arten verdrängt. Anders als ein bloß gebietsfremder Organismus, der ohne nennenswerten Schaden koexistiert, verbreitet sich ein invasiver Neophyt aktiv, vermehrt sich in hohem Tempo und hat oft keine natürlichen Fressfeinde oder Krankheitserreger, die ihn in seiner Herkunftsregion kontrollieren würden. Das Ergebnis ist ökologische Störung, verringerte Artenvielfalt und häufig direkter wirtschaftlicher Schaden für landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und Weidebetriebe.
Im landwirtschaftlichen Kontext fallen invasive Neophyten in mehrere Kategorien. Unkräuter wie Euphorbien, Japanischer Staudenknöterich und Flockige Flockenblume konkurrieren direkt mit Futter- und Getreidekulturen um Wasser, Nährstoffe und Licht. Schadinsekten wie der Smaragdgrüne Eschenprachtkäfer und der Europäische Maiszünsler verursachen Ernte- und Holzverluste. Invasive Krankheitserreger und Parasiten beeinträchtigen die Bodenqualität oder befallen Vieh. Jede Kategorie erfordert andere Bekämpfungsstrategien, aber alle teilen ein gemeinsames Merkmal: Sie gedeihen, wenn sie in eine Umgebung ohne die Konkurrenzbedingungen und biologischen Kontrollen eingebracht werden, die sich in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet entwickelt haben.
Warum sie erfolgreich sind und sich ausbreiten
Invasive Neophyten sind oft erfolgreich, weil sie von Beschränkungen befreit sind, die es in ihrer Heimat gibt. Eine Pflanze mit hoher Samenproduktion, ein Pilz ohne lokale Fungizide oder ein Insekt mit langer Reproduktionsdauer kann schnell neues Territorium besiedeln. Transport von landwirtschaftlichen Maschinen, Getreideschiffe, Futtermittel und Bodenverunreinigung sind die wichtigsten Einschleppungswege. Einmal etabliert, wird mechanische Beseitigung arbeitsintensiv und teuer; Chemische Bekämpfung erfordert ständige Anwendung; Biologische Bekämpfung verlangt sorgfältige Forschung, um nicht ein zweites Problem einzuführen.
Das wirtschaftliche Gewicht invasiver Neophyten auf die Landwirtschaft ist erheblich. Landwirte geben jährlich Millionen für Herbizide, Bodenbearbeitung und Arbeitskraft aus, um invasive Unkräuter zu unterdrücken. Viehzüchter verlieren Weideflächen und Futterqualität. Holzunternehmen müssen mit Sperrzonen und Wiederaufforstungskosten rechnen, wenn invasive Insekten oder Krankheitserreger kommerzielle Bestände abtöten. Regionale Sperrzonen und Handelsbeschränkungen, die verhängt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern, belasten den Transport von Maschinen und Waren zusätzlich.
Die Erfassung und Dokumentation invasiver Neophyten obliegen landwirtschaftlichen Beratungsdiensten, staatlichen und bundesweiten Landwirtschaftsbehörden sowie Forschungsprogrammen von Universitäten. Die frühzeitige Identifikation einer neu angekommenen Art bestimmt oft, ob Eindämmung möglich ist. Sobald sich ein invasiver Neophyt über mehrere Bezirke oder Bundesländer ausgebreitet hat, wird die Ausrottung üblicherweise zugunsten der Unterdrückung und Verwaltung seiner Ausbreitungsgebiete aufgegeben.