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Schiffbau und Werft

Barkasse

Englisch: launch

Das Boot der größten Größe und/oder wichtigsten Bedeutung eines Kriegsschiffes, oft als Kapitänsboot oder Kapitänsbarkasse bezeichnet.

Barkasse: das Arbeitsboot des Kapitäns an Bord von Kriegsschiffen

Die Barkasse ist das größte und wichtigste Boot an Bord eines Kriegsschiffes, normalerweise in Davits an der Seite oder am Heck des Schiffes aufgehängt. Sie dient als persönliches Verkehrsmittel des Kommandanten für offizielle Fahrten an Land, zum Wechsel zwischen Schiff und Kai oder zur Besichtigung anderer Schiffe. Die Barkasse unterscheidet sich von der Kutter oder Gig durch ihre größere Abmessung, ihre Ladefähigkeit und den formalen Charakter ihrer Nutzung. Sie wird von ausgebildeten Ruderern oder Motorbootmannschaft bemannt und trägt oft Flaggen und Hoheitszeichen der Marine.

Marinebarkassen gibt es in verschiedenen Ausführungen je nach Größe und Zeit des Mutterschiffes. Segelkriegsschiffe des 18. und 19. Jahrhunderts führten hölzerne Barkassen mit, in der Regel 30 bis 35 Fuß lang, ausgerüstet mit Rudern und Segeln für unabhängigen Betrieb. Dampf- und Motorschiffe übernahmen Dampfbarkassen und später Dieselboote, die weniger Fachwissen erforderten, aber regelmäßige Wartung von Motor und Kessel brauchten. Das Design der Barkasse legt Wert auf Seetauglichkeit in rauer See und auf würdevolles Aussehen, da sie das Kommando des Schiffes an Land repräsentiert.

Davits und täglicher Betrieb

Das Aussetzen und Bergen des Bootes zur See erforderte erhebliche Seemannschaft, besonders bei schwerem Wetter. Davits, also Krananlagen, senkten die Barkasse mit Tauwerk ins Wasser, und die Bergung erforderte präzises Timing mit dem Schiffsrollen, um Verwicklungen der Fallen oder das Vollaufen des Bootes zu vermeiden. Im modernen Marinenebetrieb haben hydraulische Davits die Tauwerksysteme ersetzt, aber das Prinzip bleibt: Die Barkasse muss einsatzbereit gehalten werden und mit minimalem Zeitaufwand einsatzfähig sein, was ordnungsgemäße Sicherung gegen Stampfen und Rollen des Schiffes ohne Beschädigung bedeutet.

Die Barkasse führte einen Steuermann, üblicherweise einen erfahrenen Unteroffizier, der die Besatzung befehligte und für die Sicherheit und Seemannschaft des Bootes verantwortlich war. Offiziere, die die Barkasse bestiegen, mussten Marineetikette beachten: Das Betreten durch die Gangway in korrekter Reihenfolge, das Signalisieren mit der Bosunspfeife und das Sitzen an ranggerechten Positionen. Diese Förmlichkeiten blieben auch im 20. Jahrhundert bestehen und unterstrichen die Bedeutung der Barkasse als Raum, in dem Marineehierarchie und Tradition praktisches und zeremonielles Gewicht hatten.

Der Begriff "Barkasse" selbst stammt vom Verb aussetzen oder zu Wasser lassen, hat aber in diesem Zusammenhang eine feste Bedeutung als Eigenname für eine bestimmte Bootsklasse angenommen. Das Wort erscheint in Marineakten vom 17. Jahrhundert an, und seine Definition hat sich bemerkenswert stabil gehalten: das Boot, das Respekt verdient und Autorität ausübt, nicht bloß Passagiere befördert.

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