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Bergbau und Gewinnung

orthomagmatisch

Englisch: orthomagmatic

Bezogen auf die Hauptphase der Kristallisation von Magma.

Orthomagmatisch: während der primären Kristallisation der Magma gebildet

Orthomagmatische Minerale und Lagerstätten entstehen während der Hauptkristallisationsphase eines abkühlenden Magmakörpers, im Gegensatz zu späteren hydrothermalen oder Verwitterungsprozessen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil orthomagmatische Lagerstätten vorhersagbare Chemie, Struktur und räumliche Beziehungen zu ihrem ursprünglichen Gestein aufweisen, was sie leichter zu modellieren und zu erkunden macht. Der Begriff trennt frühes magmatisches Verhalten von allem, was danach geschieht.

In der Praxis umfassen orthomagmatische Lagerstätten Chromitschichten in geschichteten mafischen Intrusionen, Magnetit und Ilmenit in geschichteten Gabbros sowie Konzentrationszonen von Platinmetallen, die durch fraktionierte Kristallisation entstanden sind. Sulfidlagerstätten wie die in Sudbury oder Norilsk werden oft als orthomagmatisch klassifiziert, wenn sich die Erze direkt aus der Magma kristallisiert haben, anstatt durch später erfolgte Fluidbewegung konzentriert worden zu sein. Das entscheidende Kriterium ist, ob die Mineralvergesellschaftung das Gleichgewicht der Kristallisation aus der Zusammensetzung der Muttermagma widerspiegelt.

Unterscheidung zwischen orthomagmatischen und späteren Prozessen

Orthomagmatische Lagerstätten zeigen Mineraltexturen und Elementverteilungen, die mit Modellen der geschlossenen fraktionierten Kristallisation übereinstimmen. Hydrothermale Lagerstätten, die durch später eingewanderte Fluide verändert wurden, zeigen dagegen Altérationshöfe, Elementmobilität und Texturen, die eine Reaktion zwischen Mineralen und Flüssigkeit bei niedrigeren Temperaturen widerspiegeln. Supergene Anreicherung, die an der Oberfläche sekundäre Kupfer-, Eisen- und Goldkonzentrationen schafft, ist definitionsgemäß nie orthomagmatisch. Diese Unterscheidung beeinflusst, wie viele Bohrungen und Modellierungsarbeiten erforderlich sind, um Erzgehalt und Geometrie vorherzusagen.

Die Terminologie kombiniert 'ortho' (gerade, korrekt, primär) mit 'magmatisch'. Sie spiegelt das historische Verständnis wider, dass sich bestimmte Erzkörper auf dem 'korrekten' oder 'geraden' Weg aus geschmolzenem Gestein kristallisiert haben, ohne spätere Veränderung. Dies steht im Gegensatz zu epigenetischen Lagerstätten, die nach der Bildung des Nebengesteins eingeführt wurden. Metamorphe Erzlagerstätten fügen zusätzliche Komplexität hinzu, da Metamorphose die primären orthomagmatischen Texturen überdrucken kann, während die Gesamtzusammensetzung erhalten bleibt.

Die Explorationsstrategien unterscheiden sich deutlich je nachdem, ob ein Ziel orthomagmatisch ist oder nicht. Orthomagmatische Lagerstätten treten innerhalb vorhersehbarer stratigraphischer Horizonte auf und folgen der Form der Mutterintrusionen, weshalb geologische Kartierung und geochemische Modellierung der Muttermagma wertvolle Werkzeuge sind. Hydrothermale Lagerstätten folgen Bruchmustern und chemischen Gradienten, die nichts mit der Geometrie des Nebengesteins zu tun haben. Zu wissen, in welche Kategorie eine Lagerstätte gehört, bestimmt oft, ob flächenhafte Modellierung oder Strukturkartierung die bessere Anlagemöglichkeit ist.

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