Drucker-Ries
Englisch: printer's ream
Einundzwanzig und ein halb Quire Papier, das heißt 516 Blatt.
Druckerries: 516 Blatt, das Arbeitsmaß
Ein Druckerries ist ein Bündel von 516 Blatt Papier, zusammengesetzt aus 24 Bogen. (Ein Bogen sind 24 Blatt, also 24 multipliziert mit 21,5 ergibt 516.) Das unterscheidet sich von einem Handelsries mit nur 500 Blatt und vom historischen Schreibpapierries mit 480 Blatt. Das Druckerries etablierte sich spätestens ab dem 19. Jahrhundert als Standardmaßeinheit für die Papierbestellung und Rechnungslegung in der Druckindustrie.
Die zusätzlichen 16 Blatt über die runde 500 hinaus dienten einem praktischen Zweck: Sie sollten Ausschuss, Beschädigungen und Verderb beim Druck, beim Binden und bei der Weiterverarbeitung ausgleichen. Wenn ein Drucker Papier im Ries bestellte, bedeutete diese Zusatzmenge, dass ein Auftrag typische Verluste verkraften konnte und trotzdem die vertraglich zugesicherte Anzahl fertig gestellter Blatt beim Kunden ankam, ohne dass eine Nachbestellung oder eine Nachzählung nötig wurde.
Warum die ungeraden Zahlen wichtig sind
Der Teilbogen (0,5 Bogen entspricht 12 Blatt) im Druckerries spiegelt echte Werkstattbedingungen. Die Ausschussquoten schwankten je nach Papiersorte, Druckmaschine und Auftragsumfang, doch Verluste von 2 bis 4 Prozent waren normal. Durch diese Verlustmarge als Standardmaßeinheit vermieden Drucker und Lieferant Streitigkeiten darüber, ob Fehlmengen versehentlich oder absichtlich entstanden waren. Das Maß harmonierte auch mit Buchsignaturen: Eine 24seitige Signatur, auf beiden Seiten eines Blattes bedruckt, passte natürlicherweise in die Rechtslogik von Bogen und Ries.
Der Begriff ist im modernen Druckgewerbe veraltet geworden, weil standardisierte Papiersorten heute in metrischen Gewichten (Gramm pro Quadratmeter) und in Großmengen geordert werden, die nach Gewicht oder Riesanzahl abgerechnet werden statt nach dem historischen Bogensystem. Digitale Druckvorstufe und softwaregestützte Verschnittberechnungen haben die alte Faustregel von 3 Prozent Puffer ersetzt. Aber ältere Verträge, Bestandsaufzeichnungen und Handelsdokumente beziehen sich noch auf das Druckerries, weswegen die Kenntnis dieses Maßes für alle, die mit älteren Papierbeständen oder historischen Druckproduktionsdaten arbeiten, unverzichtbar ist.