Korrekturabzug
Englisch: proof sheet
Ein Blatt mit gesetztem Text; ein Ausdruck zur Vornahme von Korrektionen und Änderungen vor dem endgültigen Druck.
Andruck: der Testdruck vor der eigentlichen Auflage
Ein Andruck ist ein vorläufiger Probedruck, der vor Beginn der Vollproduktion angefertigt wird. Er zeigt, wie das fertige Druckerzeugnis aussieht, und verwendet dabei dieselben Druckplatten, Farben und Papiersorten (oder ähnliche Materialien) wie bei der tatsächlichen Produktion. Der Drucker fertigt eine kleine Menge dieser Bögen an, üblicherweise zwischen ein und zwanzig Stück, um Farbgenauigkeit, Passerung, Bildschärfe und Gesamtqualität zu überprüfen, bevor tausende von Drucken in Auftrag gegeben werden.
In der Offsetlithografie kommt der Andruck direkt von der Maschine und nutzt die eingespannten oder digitalen Druckplatten, die für den Job verwendet werden. Bei Digitaldruck wird ein Probedruck durchgeführt, um die Dateiintegrität und Farbausgabe zu überprüfen, bevor der vollständige Auftrag in die Warteschlange kommt. Das Blatt wird zum Kunden oder Auftraggeber geschickt, der es mit Korrektionen markiert, genehmigt und zurück an die Druckerei sendet. Sobald es unterschrieben ist, wird dieser Andruck zur Referenznorm für die gesamte Auflage.
Gängige Korrekturzeichen und Änderungen
Markierungen auf dem Andruck zeigen Streichungen, Ergänzungen mit Einfügungszeichen und Randbemerkungen, Verschiebungen, Farbversätze und Änderungen der Farbauftragsmenge an. Ein Drucker wird die Feuchtmittellösung, Farbviskosität, Andruckdruck oder Plattenposition basierend auf diesen Vermerken anpassen. Bei größeren Änderungen ist ein neuer Andruck erforderlich; kleinere Korrektionen wie Farbsättigung können auch ohne Andruck durchgeführt werden. Der Andruck dokumentiert auch die Genehmigung und schützt die Druckerei vor späteren Beanstandungen, dass das Ergebnis nicht der Vereinbarung entspricht.
Historisch wurde bei Hochdruck und Bleisatzbetrieben der Andruck von Hand oder auf einer kleinen Handpresse durchgeführt, um Setzern und Lektoren Gelegenheit zu geben, Satzfehler zu korrigieren, bevor das Druckform in die Hauptmaschine eingespannt wurde. Der Begriff blieb auch bei Offset- und Digitalverfahren bestehen, obwohl sich die zugrunde liegende Technologie vollständig geändert hat. Digitale PDF-Andrucke und Soft-Proofs auf kalibrierten Monitoren konkurrieren heute mit gedruckten Andrucken, aber ein physischer Andruck bleibt die rechtlich verbindliche Referenz für Farbe und Positionierung bei vielen kommerziellen Aufträgen, besonders bei Verpackungen, Etiketten und hochwertigem Werbematerial.