Druckstein
Englisch: stone
Ein Ständer oder Tisch mit ebener, glatter Steinfläche, meist aus Marmor, zum Anordnen der Seiten eines Buches, einer Zeitung usw. vor dem Druck.
Druckform: die ebene Arbeitsfläche, auf der die Type gesperrt wird
Im Buchdruck ist die Druckform eine schwere, ebene Arbeitsfläche, gewöhnlich aus Marmor oder Schiefer, auf der Setzer die Bleitypen und andere Druckelemente vor dem Druck anordnen. Trotz des Namens bestehen moderne Druckformen oft aus Gusseisen oder Stahl statt aus Stein, doch der Begriff bleibt erhalten. Die Oberfläche muss vollkommen eben und glatt sein, da selbst kleine Unebenheiten die gleichmäßige Farbübertragung auf das Papier beeinträchtigen.
Die Druckform dient als Montagepunkt für das Schriftbild: die komplette gesperrte Anordnung von Typen, Klischees, Linien und Spatialien, die auf die Druckmaschine kommt. Der Setzer verwendet ein Winkelhaken, um einzelne Zeilen zu setzen, und überträgt sie dann der Reihe nach auf die Druckform. Die Anordnung wird fest in einer eisernen Rahmen mithilfe von Spannkeilen gesperrt, Keilen, die gleichmäßigen Druck an den Kanten ausüben, um zu verhindern, dass die Type während des Drucks verrutscht.
Ausführungen und Materialien
Echte Marmordruckformen sind noch in Handpressen- und Feindruckereien im Einsatz und werden wegen ihrer thermischen Stabilität und Langlebigkeit geschätzt. Gusseiserne Druckformen sind in gewerblichen Druckereien Standard, da sie billiger, haltbarer und leichter nachzubearbeiten sind, wenn Verschleiß zu einer unebenen Oberfläche führt. Manche Betriebe nutzen stahlgetoppte Tische. Die ideale Oberflächenrauhheit ist glatt, aber leicht strukturiert, um genug Reibung zu bieten und zu verhindern, dass die Type beim Druck verrutscht.
Die Abmessungen der Druckform variieren je nach Betrieb und Maschinentyp. Eine typische Zeitungsdruckform ist etwa 1,8 m lang und 1,2 m breit, während eine Buchdruckerei eine kleinere Form von etwa 1,2 mal 0,9 m nutzt. Die Druckform sitzt auf einem stabilen Holzrahmen oder Metallständer in Arbeitshöhe, damit Setzer stundenlang bequem arbeiten können, ohne sich zu überanstrengen. Das Gewicht reicht von einigen hundert Pfund bei kleineren gusseisernen Formen bis über eine Tonne bei großen Marmor-Exemplaren.
Auf der Druckform findet die langsame, sorgfältige Handarbeit statt, bevor die Schnelligkeit der Presse beginnt. Fehler, die beim Setzen entdeckt werden, lassen sich beheben; Fehler, die zur Presse kommen, vervielfachen sich über Tausende von Drucken hinweg. Deshalb prüfen erfahrene Setzer wiederholt die Ausrichtung, die Abstände und die Orientierung der Typen, bevor die Sperrung abgeschlossen ist. Die neutrale Rolle der Druckform als Arbeitsfläche, weder Maschine noch Fertigprodukt, hat sie seit über zwei Jahrhunderten für Buchdruckereien unverzichtbar gemacht.