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Bahntechnik

Rangiergleis

Englisch: shunting neck

Ein Streckengleis am Ende ohne Fortsetzung, etwa neben einer Hauptstrecke, das es einem Zug ermöglicht, in ein Nebengleis oder Rangierbahnhof zurückzufahren, ohne die Hauptstrecke zu besetzen.

Rangiergleis: ein Puffergleis für sicheres Manövrieren im Bahnhof

Ein Rangiergleis ist ein kurzer Gleisabschnitt, der von einer Hauptstrecke oder einer Gleisverbindung abzweigt und in einer Sackgasse endet. Seine einzige Aufgabe ist, einen sicheren Bereitstellungsbereich zu schaffen, in dem ein Zug oder eine Zuggruppe während Rangierarbeiten vorübergehend abgestellt werden kann, ohne den Durchgangsverkehr zu behindern oder die Hauptstrecke zu versperren. Das Gleis ist normalerweise mit einer Weiche an der Anschlußstelle zur Hauptstrecke ausgestattet und endet mit Prellböcken oder Sandfängen, um unbeabsichtigte Bewegungen zu bremsen.

Im Bahnhofsbetrieb löst ein Rangiergleis ein häufiges Ablauf-Problem. Wenn ein Zug in ein Nebengleis oder Abstellgleis rangiert werden muß, muß er zunächst die Hauptstrecke vollständig freigeben. Ohne Rangiergleis müßte die Lokomotive während dieses Manövers die Hauptstrecke selbst belegen und würde so eine Sperrung verursachen. Das Rangiergleis ermöglicht es dem Zug, den Zweig zu belegen, während er auf Freigabe zur Weiterfahrt in seine endgültige Position wartet, oder um Wagenschnitte bereitszustellen, bevor die endgültige Sortierung stattfindet.

Rangiergleise sind in ihrer Länge je nach Bahnhofsanlage und der maximalen Zuglänge, die sie aufnehmen sollen, unterschiedlich. Eine typische Anlage könnte sich 150 bis 300 Meter von der Hauptstrecke erstrecken, dies variiert aber je nach Bahn und örtliche Betriebsvorschriften. Die Gleisgeometrie muß den gleichen Normen entsprechen wie die angebundenen Strecken, einschließlich Schienengewicht, Schotterbauart und Drainage, da beladener Wagenzug unter Traktion auf dem Gleis verkehrt.

Häufige Probleme und Entwurfsüberlegungen

Ein schlecht angeordnetes Rangiergleis schafft Betriebsengpässe. Ist das Gleis zu kurz, kann ein Zug die Weiche nicht vollständig räumen und ein Teil seiner Länge versperrt die Hauptstrecke. Wenn zu viele Rangiergleise nahe einer Kreuzung enden, entstehen unweigerlich Fahrwegunverträglichkeiten. Weichenschaden ist ebenfalls kritisch: ein Rangiergleis mit defekter oder träger Weiche wird unbefahrbar und ein darauf festgestellter Zug bleibt stranded. Daher werden Weichen auf Rangiergleisen oft häufiger inspiziert und instandgehalten als sonstige Bahnhofsgleise.

Der Begriff spiegelt seine Funktion wider: er bildet eine enge, vorübergehende Öffnung (Hals) oder Passage, in die sich ein Zug zurückzieht, um Platz für Rangierarbeiten zu schaffen. Rangiergleise sind Standard in Nebengleisanlagen neben Hauptstrecken, in Güterbahnhöfen und in Rangierbahnhöfen, wo häufiges Kuppeln und Entkuppeln regelmäßige Rückwärtsbewegungen erfordern. Sie fehlen nur dort, wo die Bahnhofsanlage es einem Zug ermöglicht, direkt in seine endgültige Position zu rangieren, ohne die Hauptstrecke zu belegen.

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