Schlingwerk
Englisch: sling
Ein Seil- oder Eisenband zur Befestigung einer Rah an einem Mast.
Segelhalter: Metallband oder Tauschleife, die eine Rah am Mast befestigt
Ein Segelhalter ist ein Metallband oder eine Tauschleife, die eine Rah (die waagerechte Stange, an der das Segel befestigt ist) am Mast befestigt und sie sicher hängen lässt, wobei sie sich noch drehen kann, um den Segelwinkel anzupassen. Bei traditionellen Segelschiffen trägt der Segelhalter das meiste Gewicht der Rah und muss die dynamischen Kräfte aufnehmen, die durch Winddruck, das Eigengewicht der Rah und das Gewicht von Segel und Takelwerk entstehen. Der Segelhalter sitzt in der Nähe der Rahmitte, wo die Beanspruchung am größten ist.
Segelhalter gibt es in zwei Hauptformen: Eisenbänder, üblicherweise aus Flachstahl 50 bis 75 mm breit je nach Rahgröße, oder Tausegelhalter aus Hanf oder modernen Kunstfasern. Eisenbänder sind Standard bei größeren Schiffen und Handelsschiffen, da sie Verschleiß widerstehen, wenig Wartung brauchen und zuverlässige Festigkeit bieten. Tausegelhalter findet man auf kleineren Fahrzeugen und traditionellen Schiffen, wo sie leichter sind und leichter ausgetauscht werden können, wenn Verschleiß sichtbar wird. Viele Schiffe haben Ersatzsegelhalter an Bord als Verschleißteile für regelmäßigen Austausch bei Überholungen.
Der Segelhalter arbeitet zusammen mit dem Parrell, einem kleineren Band oder Tau, das direkt über ihm sitzt und verhindert, dass die Rah am Mast nach oben oder unten rutscht. Zusammen positionieren sie die Rah in der richtigen Höhe und ermöglichen es ihr, sich in der waagerechten Ebene zu drehen, wenn das Schiff wendet oder die Segel angepasst werden. Ohne den Segelhalter würde die Rah nur am Parrell hängen, was die ganze Belastung auf einen Punkt konzentrieren würde und gefährliche Durchbiegungen des Mastes verursachen könnte.
Ausfallarten sind Metallermüdung und Risse an Spannungspunkten, besonders dort, wo der Segelhalter um den Mast läuft und wo er verschraubt oder geschweißt ist. Tausegelhalter versagen durch Verschleiß, UV-Abbau und Verlust der Zugfestigkeit über Jahre hinweg durch Verwitterung und Sonneneinstrahlung. Die Prüfung konzentriert sich auf die Kontrolle von Rissen in Eisenbändern mit visuellen Methoden oder Magnetpulverprüfung sowie auf die Untersuchung von Tau auf Verfärbung, Versteifung und Ausfaserung, die auf Verlust der Faserfestigkeit hindeuten.
Der Begriff kommt von seiner Funktion: Er hält die Rah schwebend in Position. Das Wort erscheint in europäischen Schifffahrtssprachen seit dem 16. Jahrhundert und ist weiterhin Standard in Schiffbau, Schiffswartung und historischer Schiffsrekonstruktion. Verwandte Begriffe sind Parrell, Truss (eine Montage aus Segelhalter und Parrell) und Jackstay (das selbst entlang der Rah läuft, anstatt sie aufzuhängen).