D
Abkürzung für Duodezimo, wie von der American Library Association festgelegt.
D: das 1/12-Seitenformat, das den kleinen Druck definierte
In Druck und Buchbinderei ist D die Abkürzung für Duodezim, ein Seitenformat, das durch zwölffaches Falten eines Papierblatts vier und zwanzig Blätter (achtundvierzig Seiten) ergibt. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich "zwölf", bezieht sich auf diese spezifische Faltfolge. Eine Duodezim-Seite misst im klassischen britischen System etwa 5 × 7,5 Zoll, wobei es auch metrische Äquivalente gibt. Dieses Format wurde zum Standard für Taschenbücher, Romane und Nachschlagewerke, bei denen Portabilität und Lesbarkeit gegen Herstellungskosten abgewogen werden mussten.
Das Duodezim-Format entstand im sechzehnten Jahrhundert, als die Drucktechnik reifte und Papierkosten noch hoch waren. Drucker maximierten die Ausbeute aus teurem Ausgangsmaterial, indem sie durch gezieltes Falten mehrere kleine Blätter aus einem einzigen Bogen erzeugten, Abfall reduzierten und weniger Druckläufe benötigten. Die Signatur-Notation D spiegelt die zwölfte Position in einer klassischen Signaturfolge (A, B, C, D usw.) wider, wobei jede für ein unterschiedliches Faltmuster steht. Größere Signaturen nutzen Einzelbuchstaben; jenseits des Duodezim wird die Notation mehrdeutig, daher bleibt D in vielen Drucktraditionionen der Standard-Endpunkt für Einzelbuchstaben-Abkürzungen.
Die American Library Association hat D als formale Abkürzung in Katalogisierungs- und Bibliographie-Standards übernommen, wo präzise Seitenformatnotation für Bestandsverwaltung und Vervielfältigungsrechte von Bedeutung ist. Diese Standardisierung ermöglicht es einem Bibliothekar oder Archivar in einer Region, Seitenformate gegenüber einem Kollegen woanders ohne Mehrdeutigkeit zu kommunizieren. Der amerikanische Standard behält D für Duodezim neben anderen historischen Faltformaten: Folio (F), Quart (Q oder 4to) und Oktav (8vo). Jede Abkürzung kodiert sowohl die physische Faltmethode als auch die resultierenden Seitendimensionen in ein einzelnes Zeichen oder Symbol.
Im modernen Digital- und Offsetdruck ist Duodezim weniger verbreitet als Oktav und Quart für neue Werke, bleibt aber in Kunst- und Handwerksdruck, kleinen Auflagen von Antiquariats-Reproduktionen und bestimmten religiösen sowie akademischen Texten üblich, bei denen Tradition eine Rolle spielt. Produktionsentscheidungen rund um D-Format hängen von verfügbaren Papierformatten, Kapazität der Bindemaschinen und beabsichtigtem Verwendungszweck ab. Drucker müssen Registertoleranz und Schnittgenauigkeit berücksichtigen; eine Abweichung von 0,1 Zoll beim Falten verstärkt sich über zwölf Blätter und beeinträchtigt die Endproduktqualität. Das Verständnis von D und seinen Verwandten in der Signatur-Familie bleibt unverzichtbar für alle, die Druckabläufe mit historischen Referenzmaterialien oder Spezifikations-gesteuerten Reproduktionen verwalten.