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Drucktechnik

Textur

Englisch: text

Schriftart in großen Zeichen; auch eine im Druckwesen verwendete Schriftgattung.

Textura: schwere Schriftart für Überschriften und Anzeigenwerbung

In der Buchdruckerei und im Offsetdruck ist Textura eine gestraffte, kräftig gewichtete Schriftart, die auf Wirkung bei großen Größen ausgelegt ist. Anders als Textschriften, die in 10 oder 12 Punkten über Spalten hinweg lesbar bleiben müssen, werden Textura-Schnitte ab 18 Punkten aufwärts geschnitten und für Überschriften, Plakate und Anzeigenwerbung verwendet. Der Begriff bezeichnet sowohl die Schriftartenkategorie selbst als auch historisch die gegossenen Metalllettern dieser Schriften, die Drucker in separaten Schubladen von ihren Textschriften aufbewahrten.

Textura-Schnitte haben bestimmte gestalterische Merkmale gemeinsam. Die Buchstaben sind typischerweise horizontal gestaucht, mit kräftigen Grundstrichen und feinen Serifen, was ihnen erlaubt, weniger horizontalen Platz einzunehmen und dabei visuelles Gewicht zu bewahren. Klassische Beispiele sind Franklin Gothic und Alternate Gothic. Das Ziel ist optische Autorität: Eine Textura muss sofort Aufmerksamkeit erregen und auch beim Druck auf Zeitungspapier oder bei großformatigen Materialien lesbar bleiben, wo Tintenverwölbung zum Problem werden kann.

Historischer Hintergrund und Varianten

Der Begriff selbst stammt von der Fraktur oder "Texthandschrift" ab, dem kräftigen Schriftzug, der in mittelalterlichen Handschriften und frühem Druck verwendet wurde. Obwohl moderne Textura-Schnitte dieser kantigen Stilrichtung kaum noch ähneln, hielt sich der Name über Jahrhunderte der Druckpraxis hinweg. Schriftgießereien unterscheiden zwischen Textura im eigentlichen Sinne und verwandten Kategorien wie Plakatschriften oder Großbuchstaben-Anzeigenschriften, doch die Grenzen bleiben im alltäglichen Handelssprachgebrauch fließend.

Bei der Metalltypografie wurden Textura-Schnitte in begrenzten Größenbereichen geschnitten, normalerweise 18 bis 72 Punkte, da ihr Gewicht und ihre Details bei noch kleinerer Größe degeneriert hätten. Die fotografische Setzerei und digitale Reproduktion befreiten Designer schließlich von diesen Beschränkungen, doch die typologische Kategorie blieb bestehen. Heute kann eine Textura in jeder Größe hergestellt werden, erfüllt ihre Funktion aber am besten, wenn sie dekorativ statt für Fließtext verwendet wird.

Drucker wählen Textura-Schnitte nach Zielgruppe und Medium aus. Werbetexterinnen und Werbetexter kombinieren oft einen kräftigen Textura-Schnitt mit einer leichteren Serifenlosen für den Fließtext, um eine optische Hierarchie zu schaffen. Zeitungen reservieren ihre Textura-Schnitte für Mastköpfe und Spaltenkopfzeilen; der laufende Text verlangt Schriften, die für Sparsamkeit und Lesbarkeit bei kleinen Größen optimiert sind, wo das Gewicht einer Textura Buchstaben zu einer schwarzen Masse verschmelzen lässt.

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