Intertype
Typengießmaschine, die der Linotype ähnelt und dieselben Matrizen verwendet.
Intertype: der praktische amerikanische Konkurrent der Linotype
Die Intertype ist eine Warmmetall-Schriftsetzmaschine, die komplette Schriftzeilen in einem Arbeitsgang gießt, ähnlich wie die Linotype. Sie akzeptiert die gleichen Standard-Matrizen und verwendet den gleichen Grundmechanismus: Ein Setzer komponiert den Text auf einer Tastatur, die Matrizen reihen sich in einer Linie auf, flüssiges Blei fließt unter ihnen in eine Form, und ein fester Kegel entsteht, bereit zum Druck. Die Maschine wurde von der Intertype Corporation hergestellt, die 1911 in Brooklyn gegründet wurde und eine direkte Alternative zur dominierenden Linotype darstellte, die von Mergenthaler patentiert und von dessen Unternehmen kontrolliert wurde.
Da Intertype-Matrizen mit Linotype-Matrizen austauschbar waren, konnten Druckereien die gleichen Schriftartbibliotheken auf beiden Maschinen nutzen. Diese Kompatibilität war entscheidend für die Marktposition der Intertype. Die beiden Maschinen funktionierten beim Betrieb nahezu identisch, aber die Ingenieure trafen unterschiedliche Designentscheidungen bei den Gießmechanismen, Zirkulationssystemen und mechanischen Details. Einige Druckereien bevorzugten die eine oder andere Maschine je nach örtlichem Reparaturservice, Bedienererfahrung oder geringfügigen Unterschieden in Geschwindigkeit oder Wartungsaufwand.
Die Rolle der Intertype im Handwerk
Von den 1920er Jahren bis in die 1960er Jahre konkurrierte die Intertype direkt mit der Linotype und der kleineren Ludlow-Maschine. Eine typische Zeitungs- oder Buchdruckerei betrieb eine Mischung aus beiden Maschinentypen nebeneinander. Die Intertype verkaufte sich nie besser als die Linotype, die in ihren Spitzenjahren etwa 80 Prozent des Marktanteils hielt, aber sie gewann genug Aufträge, um in mittleren und großen Setzereien in Nordamerika und Europa Standard zu bleiben.
Wie alle Warmmetall-Gießmaschinen erforderte die Intertype ständige Wartung des Heizsystems, sorgfältige Handhabung der flüssigen Bleilegierung (typischerweise bei etwa 700 Grad Fahrenheit gehalten) und geschicktes Handreinigen von verhärtetem Metallschrott aus der Gießkammer. Häufige Verschleißprobleme waren Matrizenansatz (Bleiablagerungen auf den Schriftbildern), Aufzugsstörungen und Spritzkanal-Verschleiß (der Kanal, der die Form speist).
Die Intertype wurde in den 1970er und 1980er Jahren obsolet, als Offsetlithografie und Fotosatz die Warmmetall-Setzerei vollständig verdrängten. Heute sind die Maschinen Industrieartefakte, geschätzt von Druckhistorikern und Letterpress-Enthusiasten, aber der Name ist aus dem aktiven Handwerksvokabular größtenteils verschwunden.