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Bahntechnik

Gleisabbau

Englisch: tracklifting

Die Entfernung von Eisenbahnschienen, besonders von einer für den Verkehr stillgelegten Eisenbahnstrecke.

Gleisrückbau: Rückgewinnung von Schienen und Schwellen aus stillgelegten Strecken

Gleisrückbau ist die systematische Entfernung von Eisenbahninfrastruktur, üblicherweise wenn eine Strecke dauerhaft für den Verkehr geschlossen wurde. Die Arbeiten umfassen das Ausbauen von Schienen, Schwellen, Schotter und zugehörigen Befestigungen aus dem Gleisoberbau und hinterlassen bloßen Untergrund oder vorbereitete Planie. Dies unterscheidet sich von routinemäßiger Instandhaltung oder temporärem Gleisabbau; es ist eine abschließende Maßnahme, die das Ende der Betriebsdauer einer Strecke markiert.

Der Prozess läuft normalerweise in einer definierten Reihenfolge ab. Arbeitskolonnen trennen die Strecke zunächst vollständig vom aktiven Netz ab. Schwere Maschinen brechen dann die mechanischen Verbindungen zwischen den Komponenten auf: Schienenstühle (oder moderne direkte Befestigungen) werden abgeschraubt, und Schwellen werden mit Hebezeugen angehoben. Schienen werden mit Schienensägen oder thermischen Schneidverfahren in handhabbare Längen von üblicherweise 10 bis 20 Metern zerlegt. Schwellen werden durch spezielle Hebevorrichtungen ausgebaut. Der Schotter wird dann ausgehoben, gesiebt und je nach Zustand und möglicher Umweltbelastung wiederverwendet oder entsorgt.

Materialien und Rückgewinnungswert

Schienen sind das Primärziel des Rückbaus, da sie erheblichen Schrottwert haben. Die Zusammensetzung der Schwellen bestimmt das Wiederverwendungspotenzial: Holzschwellen können Kreosot oder andere Konservierungsmittel enthalten, die ihre Entsorgungsmöglichkeiten einschränken; Stahlbetonschwellen sind schwerer und erfordern spezielle Ausrüstung, können aber oft zur Verwendung auf Museumsbahnen oder in nichteisenbahntechnischen Tiefbauanwendungen zurückgewonnen werden. Gusseiserne Stühle und Stahlstühle werden separat zurückgewonnen. Befestigungen, Klemmteile und Bolzen sind üblicherweise Massengüter mit geringerem Wert, summieren sich aber über lange Strecken auf.

Die wirtschaftliche Rentabilität des Gleisrückbaus hängt von den Materialpreisen, der Entfernung zu Märkten und der Streckenlänge ab. Eine Nebenstrecke von 20 Kilometern kann etwa 200 Tonnen Stahlschiene erbringen; eine Hauptstrecke von 50 Kilometern oder mehr kann 500 Tonnen oder mehr erbringen. Die Transportkosten zu Schrotthöfen oder Recyclingbetrieben sind erheblich, daher konzentrieren sich Gleisrückbauverträge oft auf Strecken, bei denen die Materialmenge die Mobilisierung rechtfertigt. Umweltaspekte regeln die Arbeiten zunehmend, besonders bei der Entsorgung von Schwellen und der Bodensanierung, wo Schotterkontamination vorhanden ist.

Gleisrückbau unterscheidet sich grundlegend vom temporären oder teilweisen Abbau. Er ist permanent, umfassend und wird durch die Stilllegung des Betriebs getrieben, nicht durch Instandhaltungs- oder Erneuerungszyklen. Er stellt die letzte Phase im Betriebsleben eines Eisenbahnvermögens dar und markiert den Anfang der Bodensanierung oder Umnutzung.

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