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Schiffbau und Werft

festmachen

Englisch: turn up

Ein Tau an einer Klampe oder einem Poller belegen oder sichern.

turn up: eine Leine durch Umwickeln einer Klampe befestigen

Turn up bedeutet, eine Leine um eine Klampe, einen Poller oder eine Pflock zu wickeln, um sie unter Last zu sichern. Die Leine wird zurück entlang ihrer selbst geführt und um die Befestigung gewickelt, wobei die Windungen Reibung erzeugen und verhindern, dass die Leine durchrutscht. Dies ist das Standardverfahren zum Sichern von Festmachern, Ankertauen und anderen Seilen unter Spannung auf Schiffen und an Kais.

Die Mechanik ist einfach, erfordert aber korrekte Technik. Eine Leine wird zunächst um die Klampe oder den Pflock geführt, dann in einem Achterbahn- oder Spiralmuster zurück über sich selbst gewickelt, wobei sich jede successive Windung mit der vorherigen überlappt. Bei kritischen Anwendungen wie beim Festmachen können vier oder fünf vollständige Windungen erforderlich sein, um ausreichend Grip aufzubauen. Die Last auf der Leine erzeugt Druck zwischen den Windungen, was durch Reibung allein ein Durchrutschen verhindert, ohne dass ein Knoten am Ende nötig ist.

Varianten und Ausrüstung

Die verwendete Hardware variiert je nach Anwendung. Eine Klampe ist die häufigste Befestigung, in der Regel aus Gusseisen oder Aluminium mit zwei Hörnern. Ein Bitts oder Posten erfüllt denselben Zweck auf größeren Schiffen. An einem Pflock (ein abnehmbarer oder fester Bolzen) wird die Leine einfach mehrfach um ihn herum gewickelt. Der Durchmesser der Leine und die Größe der Befestigung müssen proportional zueinander passen; eine dünne Leine an einer großen Klampe entwickelt nicht genug Reibung, während eine übergroße Leine schwer zu handhaben ist und durchrutschen kann.

Turn up unterscheidet sich vom freihändigen Belegen oder vom Knüpfen. Eine umgewickelte Leine kann durch Rückwärts-Abwickeln schnell freigegeben werden, was in Notfällen oder wenn das Schiff in See gehen muss, unverzichtbar ist. Ein geknotetes Tau kann hingegen unter Last festklemmen und benötigt länger zum Freimachen. Dies macht die Turn-up-Methode in aktiven Hafenoperationen und im Festmachbetrieb bevorzugt.

Häufige Ausfallmoden sind unzureichende Wicklungen für die Last (verursacht Durchrutschen), Beschädigungen der Leine durch Scheuern an einer rauen oder scharfkantigen Klampe und Griffverlust, wenn die Leine nass und schmutzig wird. Kunststofftaue (Polypropylen oder Nylon) lassen sich leicht umwickeln, obwohl Nylons Elastizität unter Dauerbelastung zu Kriechen führen kann. Naturfasertau (Manila, Sisal) hält seinen Grip besser, verschlechtert sich aber schneller, wenn es feucht bleibt.

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