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Arbeitssicherheit

Flammenzungen

Englisch: angel fingers

Flammenzungen, die ein Zeichen für drohenden Umkippen sind.

Engelsfingers: Flammenmuster als Warnsignal für Tanküberschlag

Engelsfingers sind Flammenstreifen oder Flammenzungen, die aus einem Flüssigkeitstank schießen, besonders aus Tanks mit Rohöl oder anderen flüchtigen Kohlenwasserstoffen. Sie entstehen in der Endphase einer BLEVE (Boiling Liquid Expanding Vapor Explosion), wenn der innere Druck und die Temperatur des Tanks kritische Werte erreicht haben. Der Name kommt von der Ähnlichkeit mit flackernden Fingern, die zum Himmel greifen.

Das Phänomen tritt auf, wenn ein Tank Außenhitze ausgesetzt ist, häufig durch ein benachbartes Feuer oder bei einem Transportunfall. Während sich der Inhalt erhitzt, steigt der Dampfdruck innen an. Wenn die Tankwand schwächer wird oder reißt, verdampft die unter Druck stehende Flüssigkeit plötzlich und entzündet sich. Die sichtbaren Flammen, die vom Riss oder von Spannungsrissen ausgehen, sehen wie leuchtende Ranken aus, daher der aussagekräftige Name. Das sind keine Sekundärbrände, sondern Teil des primären Explosionsereignisses.

Erkennung und Reaktion

Engelsfingers sind ein kritisches visuelles Zeichen dafür, dass eine BLEVE unmittelbar bevorsteht oder bereits stattfindet. Ein Tankführer oder Sicherheitsbeauftragter, der sie beobachtet, muss davon ausgehen, dass ein gewaltsamer Bruch Sekunden bevorsteht. Das Phänomen hält normalerweise nur Momente an, bevor es zum katastrophalen Ausfall kommt. Personal muss das unmittelbare Umfeld sofort räumen; die resultierende Explosion kann Tankfragmente bis zu 300 Meter weit schleudern und einen Feuerball mit Temperaturen über 1000 Grad Celsius erzeugen.

Der Begriff erscheint vor allem in Schulungsmaterialien für den Gefahrguttransport, den Betrieb petrochemischer Anlagen und die Notfallreaktion. Der International Fire Code und NFPA-Standards beziehen sich auf BLEVE-Indikatoren, wobei Engelsfingers selbst eher in der praktischen Sicherheitskultur vor Ort als in formalen schriftlichen Standards behandelt werden. Sie zu erkennen ist Teil der Lagebeurteilung für jeden, der in der Nähe von unter Druck stehenden Kohlenwasserstofftanks arbeitet.

Die Prävention konzentriert sich auf externen Brandschutz, regelmäßige Tankprüfung und Wartung, Funktionsfähigkeit der Druckentlastungsventile und Isolationsverfahren. Sind Engelsfingers sichtbar, hat die Schadensabwehr versagt und der Tank ist verloren. Die einzig sichere Maßnahme ist sofortige Evakuierung und Benachrichtigung der Rettungsdienste.

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