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Schiffbau und Werft

Baum

Englisch: boom

Ein Spier, der den Fuß eines Segels ausspannt; ein Spier, der von der Seite eines Schiffs nach außen gerichtet ist und an dem Boote im Hafen festgemacht werden.

Baum: der Spant, der ein Segel formt oder die Boote des Schiffes sichert

Ein Baum ist ein starrer Spant, üblicherweise aus Holz, Aluminium-Legierung oder Stahlrohr gefertigt, der von einem Mast oder einer Schiffsstruktur ausgeht und die Unterlikte (untere Kante) eines Segels steuert oder als Anlegepunkt für Schiffe dient. Bei einem Segelschiff hält der Baum die Unterlikte eines Vor-und-Aft-Segels (meist das Großsegel) im richtigen Winkel und unter Spannung; bei einem vor Anker liegenden oder im Hafen befindlichen Schiff ragt der Baum nach außen, um Rettungsboote, Beiboote und andere kleine Fahrzeuge sicher von der Bordwand entfernt zu halten.

Der Segelbaum ist an seinem inneren Ende (der Mastkopfverbindung) angelenkt, sodass er beim Kurswechsel über das Deck schwingen kann. Der Schothorn (hintere untere Ecke) des Segels ist an den hinteren Ende des Baums gebunden oder geklippt, während die Unterlikte des Segels über ihre gesamte Länge abgestützt wird. Die Spannung wird durch einen Flaschenzug oder ein hydraulisches System aufrechterhalten, das Baumstütze genannt wird und verhindert, dass der Baum unter dem Aufwärtszug des Segels anhebt. Bei größeren Schiffen kann der Baum einen Laufwagen oder Traveller tragen, der die Spannungskraft der Großsegelunterlikte gleichmäßig verteilt.

Anlegebäume und Handhabung von Bäumen

Der Anlegebaum oder Davitbaum erstreckt sich horizontal oder in einem Winkel von der Schiffsreling und ist mit Blöcken, Schäkeln und Ringbolzen ausgestattet, an denen Bootsanstreicher, Leinen-Handler und Sicherungsmittel befestigt werden. Diese Bäume sind oft hydraulisch oder manuell gelenkig, sodass sie bei der Fahrt nach innen geschwungen werden können. Die Länge und Tragfähigkeit (SWL) des Baums sind auf dem Spant selbst gestempelt; typische Arbeitslastgrenzwerte reichen von 1 bis 5 Tonnen, je nach Bootsbesatz und Baumkonstruktion.

Beschädigungen an Bäumen sind bei schwerem Wetter oder schlechter Seemannschaft häufig. Bei einem Segelbaum sind die Hauptschadensarten Beulungen unter Druck, wenn das Segel übertrimmert oder von einer Böe getroffen wird, Ermüdungsrisse an der Mastkopfverbindung durch wiederholtes Schwingen und Schichtung in Holzbäumen durch Wassereintritt und Fäulnis. Anlegebäume korrodieren an ihren Schweißnähten und verschraubten Verbindungen, wenn sie nicht ordnungsgemäß gewartet werden, und ihre Haltetaue und Stütztaue müssen regelmäßig auf Scheuerstellen und UV-Schäden überprüft werden.

Der Begriff Baum stammt vom niederländischen Wort boom (Baum) ab und spiegelt die Holzursprünge des Spants wider. In modernen Werften werden Bäume bei älteren Schiffen manchmal noch Gaffeln genannt, obwohl eine Gaffe technisch ein anderer Spant ist, der die Kopflikte (obere Kante) eines Segels abstützt. Die Bedeutung des Baums bei der Handhabung von Kleinbooten hat den Begriff auch an Land vertraut gemacht: der horizontale Ausleger eines Krans wird auch Baum genannt, und die Verwendung ist in völlig andere Handwerkszweige übergegangen.

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