Bow
Englisch: bow
Einfaches, früher verwendetes Quadrant zum Messen der Sonnenhöhe zur See.
Bussole: das Messinstrument, das dem Sextanten vorausging
Die Bussole ist in der Schifffahrtsnavigation ein einfaches Höhenmessinstrument, das dem modernen Sextanten vorausgeht. Sie besteht aus einem hölzernen oder messingnen Quadranten (ein Viertelkreis) mit Gradteilungen entlang der gekrümmten Kante, versehen mit einem Visierblatt am Mittelpunkt und einem Senklot, das von der Spitze herabhängt. Der Beobachter hielt das Instrument senkrecht und richtete das Visierblatt auf die Sonne oder einen Stern aus, dann las er die Höhe ab, wo die Schnur des Senklots die Skala kreuzte.
Die Bussole wurde vom 16. bis zum 18. Jahrhundert etwa an Bord von Handels- und Kriegsschiffen verwendet. Ein Navigator brachte sie zur Mittagszeit an Deck, um den Winkel der Sonne über dem Horizont zu messen, eine entscheidende Messung zur Bestimmung der geografischen Breite. Das Instrument maß typischerweise zwischen 6 und 12 Zoll im Radius, was es trotz seiner rohen Bauweise und der Bewegungen des Schiffes tragbar genug machte für regelmäßige Nutzung. Anders als ein Querstab, bei dem der Beobachter entlang eines Querbalkens blicken musste, ermöglichte die Bussole die direkte Peilung der Sonne durch ein kleines Loch im Visierblatt, obwohl dies immer noch Augensicherheitsrisiken mit sich brachte.
Schwachstellen und Gründe für das Ausscheiden aus dem Gebrauch
Die Genauigkeit der Bussole war schlecht, typischerweise auf etwa ein bis zwei Grad Abweichung begrenzt. Das Senklot schwang in rauer See unvorhersehbar, und das Ablesen der Position einer beweglichen Schnur gegen eine gekrümmte Skala erforderte sowohl Geschick als auch Glück. Metallkorrosion durch Salzwasser verschlechterte die Graduierungen, und das Instrument bot keine Vergrößerung, was genaue Beobachtung schwierig machte. Diese Mängel wurden unannehmbar, als die Handelsrouten länger wurden und die Navigationsmethoden immer ausgefeilter.
Mitte des 18. Jahrhunderts ersetzte der Sextant die Bussole nahezu vollständig. Das überlegene optische Design des Sextanten, die Verwendung von Spiegeln zur Lichtablenkung ins Auge und die Fähigkeit, Winkel auf Bogensekunden genau zu messen, machten die alte Bussole überflüssig. Allerdings blieb die Bussole an Bord einiger Handelsschiffe bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch, bei Besatzungen, die mit neueren Instrumenten nicht vertraut waren, oder in Gegenden, wo Reparaturwerkstätten selten waren.
Der Name Bussole leitet sich von der Form ab: Sie ist schlicht ein Bogen oder eine Kurve, ein Viertelkreis. Der Begriff spiegelt das direktive beschreibende Vokabular wider, das in der frühen englischen Schifffahrtssprache üblich war, wo Instrumente oft nach ihrer physischen Form benannt wurden statt nach ihrer Funktion. Darin unterscheidet sie sich von späteren Benennungskonventionen für Instrumente, die ihre Erfinder oder die optischen Prinzipien, auf denen sie basieren, referenzieren.