Pütz
Englisch: pulpit
Die Reling am Bug eines Schiffes, die teilweise über das Deck hinausragt; auch Bugpütz genannt. Die Reling am Heck heißt manchmal Heckpütz oder Pushpit.
Pulpit: Schutzgeländer am Bug oder Heck eines Schiffes
Ein Pulpit ist ein geschweißtes oder verschraubtes Rohrgitterwerk aus Metall, das sich über die Rumpfkante am Bug oder Heck eines Bootes erstreckt und sowohl als Sicherheitsgeländer als auch als Befestigungspunkt dient. Das Bugpulpit, auch Bugreling oder Stammbefestigung genannt, ragt vom Decksrand nach vorne und steht typischerweise 36 bis 48 Zoll über dem Deck. Die Version am Heck, häufig Pushpit genannt (eine Wortmischung aus "Push" und "Pulpit"), erfüllt am achterschiff die gleiche Funktion. Beide sind Standardausrüstungen auf Kreuzfahrtsseglern und Motoryachten, wo Besatzungsmitglieder während des Festmachens, Ankerns und der Segelhandhabung häufig in der Nähe der Bootenden arbeiten.
Das Pulpit erfüllt zwei Funktionen: Es bietet einen Handgriff und Absturzschutz für die Besatzung, die sich auf dem Deck nach vorne oder achtern bewegt, und es verankert das obere Ende der Rettungsleine, die den Umfang des Bootes bildet. Diese Edelstahlkabel oder Leinen verlaufen durch Stanchionen und verbinden sich mit dem Pulpitrahmen und bilden so eine durchgehende Sicherheitsbarriere. Das Pulpit dient auch als Strukturelement, wobei seine Beine direkt an der Decks- oder Rumpfstruktur verschraubt oder geschweißt sind und Lasten von den Rettungsleinen und dem Gewicht der Besatzung auf ein größeres Areal verteilen, als es eine einzelne Stütze könnte.
Konstruktion und Varianten
Die meisten Pulpits werden aus Rohren aus Edelstahl Typ 316 gefertigt, typischerweise 1 bis 1,25 Zoll Durchmesser, in einen Rahmen geschweißt, der der Breite des Bootes entspricht. Das Bugpulpit beinhaltet oft ein horizontales Geländer oder "Pulpitschutz", das sich weiter nach vorne erstreckt und vor Scheuerstellen von Leinen schützt sowie zusätzliche Handgriffe bietet. Bei größeren Schiffen kann das Bugpulpit ein Steigetor oder einen abnehmbaren Abschnitt enthalten, um die Durchfahrt von Ankern und anderem Deck-Gear zu ermöglichen. Pushpits auf Seglern tragen häufig eine Heckpulpitleitung oder ein Hecktor, meist mit Scharnier, um das Einsteigen von einem Beiboot oder das Durchlassen von Leinen zu ermöglichen.
Korrosion ist die wichtigste Ausfallursache und tritt auf, wenn unterschiedliche Metalle das Pulpit berühren (wie Aluminiumstanchionbasen oder Stahlbefestigungen), selbst bei Edelstahlausrüstungen. Spaltkorrosion erscheint an verschraubten Verbindungen und Schweißnähten, wenn diese nicht sauber gehalten und versiegelt sind. Strukturausfälle können durch Beschädigungen beim Festmachen oder durch Ermüdungsrisse an Schweißnähten entstehen, besonders auf Schiffen, die unter rauen Bedingungen betrieben werden, wo die Besatzung wiederholte dynamische Belastungen auf die Geländer ausübt. An den Decksdurchbruchstellen, wo die Pulpitbeine befestigt sind, entwickeln sich häufig lose Verbindungselemente.
Der Begriff Pulpit leitet sich vom kirchlichen Pulpit ab, einer erhöhten Plattform, von der aus Redner zu einem Publikum sprechen. Das nautische Pulpit teilt die erhöhte, freie Beschaffenheit; Seeleute müssen am Bugpulpit stehen, ähnlich wie ein Pfarrer auf einer Kanzel, sichtbar und isoliert. Der Name der Heck-Variante, Pushpit, entstand aus dem humorvollen Sprachgebrauch von Bootsgemeinschaften und bezieht sich auf die häufige Praxis, das Heckgeländer als Griff zu nutzen, wenn man ein Boot vom Steg abstoßen oder rückwärts in einen Liegeplatz manövrieren möchte. Beide Namen sind heute Standardterminologie in Werften, Marinakatalogen und Versicherungsklassifikationen für Deckausrüstung.