Speisewagen
Englisch: buffet car
Ein Eisenbahnwagen, in dem Speisen und Getränke an einem Tresen gekauft und entweder in einen anderen Wagen mitgenommen oder an den vorhandenen Sitzplätzen konsumiert werden können.
Bordrestaurant: Ort, wo Fahrgäste während einer Zugfahrt Speisen und Getränke kaufen und zu sich nehmen
Ein Bordrestaurant ist ein Eisenbahnwagen mit Servicetheke, Kühleinrichtungen und begrenzten Sitzplätzen, in dem Fahrgäste während der Fahrt Speisen und Getränke kaufen. Anders als ein Speisewagen, der Tafelservice und vollständige Mahlzeiten anbietet, funktioniert ein Bordrestaurant nach dem Selbstbedienungs- oder Bestellprinzip an der Theke. Kunden können die Artikel im Wagen konsumieren oder zu ihren Plätzen anderswo im Zug mitnehmen.
Das Bordrestaurant nimmt üblicherweise einen Standardwagenplatz ein und enthält eine kompakte Bordküche mit gewerblicher Ausrüstung: eine Theke für Transaktionen, gekühlte Vitrinen, einen Grill oder eine Kochplatte, eine Mikrowelle und Lagerbestand. Die Sitzplätze beschränken sich normalerweise auf 20 bis 40 Plätze, die um kleine Tische oder entlang der Fenster angeordnet sind. Das Layout ist auf schnelle Umschlagshäufigkeit ausgerichtet, nicht auf längeres Verweilen; in Spitzenzeiten ist Stehplatz üblich.
Bevorratung und Betrieb hängen stark von der Fahrtlänge ab. Bei kurzen Strecken (unter zwei Stunden) lagert das Bordrestaurant möglicherweise nur Sandwiches, Snacks und heiße Getränke. Längere Fahrten erfordern ein vielfältigeres Sortiment und beschäftigen oft zwei Mitarbeiter im Schichtbetrieb. Der Wagen muss ausreichend Wasser für Getränkeservice und angemessene Abfallwirtschaft bereitstellen, da Entsorgungsmöglichkeiten während der Fahrt zwischen Bahnhöfen begrenzt sind.
Häufige Betriebsprobleme
Die Effizienz eines Bordrestaurants hängt von zuverlässiger Stromversorgung für Kühl- und Kochgeräte ab. Stromausfälle erzwingen die Schließung des Warmspeisenservice und gefährden Verderbliches. Auch die Gewichtsverteilung ist wichtig: dichter konzentrierte Bestände in einem Wagen können das Fahrverhalten des Zuges beeinflussen, daher wird der Bestand normalerweise durch tägliche Nachlieferung an größeren Endstationen bewirtschaftet statt mit vollgeladenen Wagen.Das Bordrestaurant entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Eisenbahnen die Betriebskosten vollständiger Speisewagen senken wollten und gleichzeitig noch Fahrgastservices anboten. Der Begriff spiegelt die Selbstbedienungsnatur des Betriebs wider. Heute sind Bordrestaurants auf mittleren und Langstreckenfahrten in Europa und Asien Standard, obwohl ihre Präsenz in einigen Regionen wegen Outsourcing von Verpflegungsservice oder Umwidmung zu anderen Zwecken abgenommen hat.