out of sorts
Mit einigen Buchstaben oder Schrifttypen, die im Setzkasten oder in der Schriftart mangelhaft sind oder aufgebraucht.
Schriftsortenmangel: wenn die Drucktypen ausgehen
In der Letterpress-Drucktechnik arbeitet ein Schriftsetzer mit einem Schriftkasten, einem flachen Holzbehältnis mit vielen kleinen Fächern, die einzelne Metalltypen aufnehmen (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen und Ausgleichsmaterial). Jedes Fach enthält einen bestimmten Buchstaben in einer bestimmten Größe und Stärke. Wenn eine bestimmte Drucktype oder Schriftsortensorte vor Fertigstellung eines Auftrags ausgeht, sagt man, der Kasten sei sortenmangelhaft, und die Arbeit muss unterbrochen oder mit Ersatzlösungen fortgesetzt werden.
Das Problem tritt besonders bei häufig vorkommenden Buchstaben auf. Ein Satz für Fließtext in 12-Punkt-Antiqua kann die Kleinbuchstaben e, a oder t schon lange vor Abschluss einer mittleren Auflage aufbrauchen. Auch Satzzeichen wie Punkte und Kommas werden schnell knapp. Manche Gießereien verkauften Ersatzsorten einzeln oder in Sortimentspackungen speziell zum Auffüllen von Kästen; die gebräuchlichsten Zeichen waren manchmal in doppelter oder dreifacher Menge vorgesehen.
Ursachen und Lösungsansätze
Der Mangel konnte aus schlechter Planung entstehen (Unterschätzung der Buchstabenhäufigkeit in einer bestimmten Sprache oder einem Text), aus nachlässiger Verteilung nach einem vorherigen Auftrag (Sorten in die falschen Fächer zurückgelegt oder verloren) oder einfach aus dem Verschleiß und der Beschädigung, die wiederholtes Handhaben und Gießen mit sich bringen. Ein Schriftsetzer ohne Sorten hatte wenig Möglichkeiten: von einem Nachbarbetrieb borgen, auf neue Typen von der Gießerei warten (langsam), weniger gebrauchte Sorten aus einem anderen Kasten entnehmen (notbehelf) oder einen ähnlich aussehenden Buchstaben aus einer anderen Schrift verwenden (auffällig und unprofessionell).
Der Ausdruck hat sich im Englischen als Metapher für Unordnung oder leichte Unpässlichkeit erhalten, doch seine technische Bedeutung gehört ins Zeitalter des Bleisatzes. Der digitale Satz hat die physische Erschöpfung von Drucktypen überwunden, aber die Wendung bleibt eine hilfreiche Erinnerung an die Zwänge, die vier Jahrhunderte lang die Druckkultur prägten.