Tiefschrift
Englisch: inferior
Ein tiefgestellter Buchstabe, eine Ziffer oder ein Symbol.
Inferior: ein Schriftzeichen unterhalb der Grundlinie
Ein Inferior ist ein Zeichen, eine Ziffer oder ein Symbol, das unterhalb der Grundlinie von normalem Text gedruckt wird. Anders als Hochzeichen, die oben sitzen, fallen Inferiors unter die Linie und sind normalerweise kleiner als die umgebende Schrift. Häufige Anwendungen sind chemische Formeln (H2O), Fußnotenmarker in manchen Systemen und mathematische Notation. Der Begriff stammt direkt vom lateinischen Wort für "tiefer" und beschreibt ihre buchstäbliche Position auf der gedruckten Seite.
Bei der Bleisatzkomposition benötigen Inferior-Zeichen eigene, in kleinerer Größe gegossene Typen, die tiefer positioniert sind. Digitale Typografie löst das über Font-Metriken: Das Zeichen wird verkleinert und seine Grundlinie im Em-Quadrat nach unten verschoben. Die meisten professionellen Schriftfamilien enthalten einen vollständigen Satz Inferiors für die Ziffern 0 bis 9, doch vollständige Zeichensätze sind selten und üblicherweise nur für spezifische technische Anwendungen verfügbar.
Technische Überlegungen in der Produktion
Beim Setzen von Text mit Inferiors muss der horizontale Abstand eng sein, um unschöne Lücken zu vermeiden. Bei Bleisatzdruck sitzen Inferior-Typen in einer leicht vertieften Position im Druckrahmen, sodass sie weniger Druck bekommen; zu viel Farbe führt dazu, dass sie sichtbar dunkler drucken. Bei Offsetdruck und digitalem Druck sind Inferiors kein Druckproblem, können aber unscharf wirken, wenn die Schrift nicht richtig gehint ist oder die Ausgabeauflösung unter 1200 DPI liegt.
Inferiors unterscheiden sich von Subscripts im Umfang: Subscripts sind eine typografische Funktion, die per Software auf jedes Zeichen angewendet wird, während Inferiors vorgeformte oder vorkonstruierte Zeichen sind, die in der Schrift selbst eingebaut sind. Eine hochwertige Schriftfamilie hat Metriken, die verhindern, dass Inferiors mit Unterlängen in der Zeile darunter kollidieren. Schlampige Umsetzung kann zu Leseproblemen führen, besonders in technischer Dokumentation, wo Präzision bei chemischen oder mathematischen Notationen entscheidend ist.
In der heutigen Praxis sind echte Inferiors weniger verbreitet als in der Bleisatzzeit. Die meisten Programme rendern Subscripts algorithmisch statt über dedizierte Glyphen, was schneller geht, aber manchmal weniger optisch verfeinert wirkt. Für Publikationen, die professionelle Anmutung erfordern, besonders bei wissenschaftlichem oder pharmazeutischem Druck, bleibt die Wahl einer Schriftfamilie mit echten Inferior-Zeichen der bevorzugte Weg.