Nick
Englisch: nick
Kerbe, die quer in den Schaft einer Type geschnitten wird, um dem Setzer beim korrekten Platzieren in die Satzstange und beim Ausschließen zu helfen.
Nick: die Ausrichtungsnut des Schriftgießers auf Metalltypen
Ein Nick ist eine flache Kerbe, die quer über den Schaft oder Körper einer Metalltype geschnitten ist. Sein einziger Zweck war mechanisch: dem Setzer zu helfen, jedes Zeichen schnell in die richtige Position in der Setzlinie zu orientieren, und später die Type mit dem Gesicht in die richtige Richtung in den Schriftkasten zurückzusortieren. Ohne diese Kerbe konnte ein unter Zeitdruck arbeitender Drucker leicht eine Type auf den Kopf stellen oder von hinten einsetzen und damit die ganze Zeile verderben.
Metalltypen werden in Einzelteilen gegossen und haben einen Schaft, der die Tiefe des Zeichengesichts durchmisst. Der Nick ist typischerweise ein kleiner rechteckiger oder V-förmiger Schnitt, zwischen 1 und 2 Millimetern tief, auf einer Seite des Schafts in der Nähe der Basis angebracht. Ein Setzer konnte diese Kerbe ertasten, besonders bei schlechtem Licht oder beim schnellen Arbeiten. Lage und Form des Nicks wurden in einer Gießerei oder Druckerei standardisiert, so dass alle Zeichen einer Schrift die gleiche Markierung an der gleichen Stelle aufwiesen.
Warum es in der Produktion wichtig war
Die Geschwindigkeit beim händischen Setzen hing von Intuition und Tastgefühl ab. Ein Setzer, der type Dutzendweise in einen hölzernen Kasten sortierte oder Sorts aus einer Setzlinie in eine Galerie zog, konnte es sich nicht leisten, jedes Zeichen visuell zu überprüfen. Der Nick wurde zum Orientierungspunkt beim Anfassen, so zuverlässig wie das Gewicht und die Haptik des Metalls selbst. Verschiedene Gießereien verwendeten manchmal unterschiedliche Nick-Positionen oder Profile, was bedeutete, dass ein Setzer sich anpassen musste, wenn er die Schrift wechselte oder mit Type von einem unbekannten Lieferanten arbeitete.
Der Begriff ist veraltet, weil maschinelles Setzen, ob mit Linotype oder Monotype, die manuelle Handhabung überflüssig machte, die den Nick notwendig machte. Digitales Setzen hat ihn obsolet gemacht. Doch die Nut bleibt in erhaltenen Schriften sichtbar und ist in Schriftmustern und in Sammlungen von Bleisatz-Werkstätten und Museen anzutreffen.