Sieb
Englisch: screen
Aus feinen Drähten gewebtes Material, das Tiere und große Partikel abhält, während Gase, Flüssigkeiten und feinere Partikel durchdringen.
Sieb: Gewebe, das selektiv das Durchdringen ermöglicht
In der Drucktechnik ist ein Sieb ein fein gewebtes Maschengewebe, das straff über einen Rahmen gespannt ist und während des Bildübertragungsprozesses die Tinte hält und positioniert. Das Gewebe selbst wird typischerweise aus Polyester, Nylon oder Stahldraht hergestellt, wobei die Öffnungsgrößen von 50 bis 400 Maschen (Fäden pro Zoll) reichen. Das Sieb fungiert als Schablonenenhalter und Tintenspeicher und ermöglicht es, dass flüssige Tinte oder Emulsion nur dort hindurchfließt, wo das Bild auf dem Substrat erscheinen soll.
Siebe gibt es in verschiedenen Ausführungen, die für unterschiedliche Druckaufgaben geeignet sind. Monofilamentes Maschengewebe (einzelne Fadenstränge) ist Standard beim Siebdruck wegen seines gleichmäßigen Tintenflusses und sauberer Kanten. Multifilamentgewebe, heute weniger verbreitet, wurde früher verwendet, verliert aber leichter Fasern. Der Rahmen, der das Sieb hält, besteht normalerweise aus Aluminium oder Holz, und das Gewebe muss auf exakte Spannung gespannt werden, üblicherweise gemessen in Newton pro Zentimeter, um durchgängig gleichmäßige Tintenabgabe beim Druck zu gewährleisten.
Maschenweite und Emulsionsbeschichtung
Die Maschenweite beeinflusst unmittelbar die Bilddetails und die Tintenmenge. Ein 110er Sieb gibt mehr Tinte ab und eignet sich für kräftige Grafiken oder dickere Aufträge auf rauhen Oberflächen. Ein 305er Sieb drosselt den Fluss und erfasst feine Halbtonpunkte oder fotografische Details. Das Sieb selbst beginnt blank und erhält dann eine lichtempfindliche Emulsion, die durch ein fotografisches Positiv belichtet wird, um gezielt auszuhärten, wobei offene Bereiche entstehen, durch die die Tinte beim Druck fließt.
Siebverschleiß und Ausfälle entstehen durch verschiedene Mechanismen. Emulsion kann abplatzen oder reißen durch übermäßigen Druck beim Druckrakelstrich, besonders auf härteren Substraten. Das Gewebe selbst verstopft mit getrocknetem oder oxidiertem Tintenrückstand, wenn es nicht sofort gereinigt wird, wodurch die Tintenübertragung sinkt. Stahlgewebe kann rosten, wenn es feucht gelagert wird ohne angemessene Lagerung. Spannungsversagen lässt das Gewebe durchhängen und führt zu Registerabweichungen, wodurch die Druckschärfe leidet.
Der Name leitet sich direkt vom Webmuster ab, das einer Fenster- oder Türfliegengitter ähnelt. In der breiteren Druckindustrie sind Siebe grundlegend für den Siebdruck (auch Siebografie oder Schablonendruck genannt) und unterscheiden dieses Verfahren von Offset-, Flexo- und digitalen Druckverfahren. Die Fähigkeit des Siebs, ein Bild zu halten und gleichzeitig den Tintenflusses mit mechanischer Präzision zu steuern, macht es auf Textilien, Keramik, Glas und Industriesubstrate anwendbar, wo andere Verfahren nicht verwendbar sind.