Ausschließmaterial
Englisch: furniture
Holz- oder Metallteile um Schriftsätze zur Bildung korrekter Seitenränder und zum Ausfüllen der Räume zwischen Sätzen und Druckrahmen.
Blindmaterial: Abstände und Lücken in der Druckform füllen
Beim Buchdruck besteht das Blindmaterial aus Holz- oder Metallleisten und Blöcken, die in der Druckform um die Lettern herum angeordnet werden. Diese Teile erfüllen zwei wichtige Aufgaben: Sie schaffen gleichmäßige Ränder um das Druckbild und füllen leere Flächen, damit die gesamte Form unter Druck stabil liegt. Ohne Blindmaterial würden die Lettern während des Drucks verrutschen und unscharfe oder versetzte Abdrücke entstehen.
Blindmaterial ist in genormten Höhen und Breiten erhältlich. Metallblindmaterial aus Stahl oder Messing wird in der gewerblichen Arbeit bevorzugt, weil es wiederholtes Lockern und Festziehen ohne Verformung aushält. Holzblindmaterial, historisch verbreitet und noch immer in Handpressen-Werkstätten verwendet, quillt bei Feuchtigkeit auf und schwindet bei Trockenheit, was zuverlässige Ergebnisse erschwert. Die Höhe des Blindmaterials muss genau der Schriftenhöhe entsprechen, üblicherweise 0,918 Zoll bei Standard-Schriften, sonst entstehen ungleichmäßige Abdrücke auf der Seite.
Der Drucker berechnet die Abmessungen des Blindmaterials anhand des Seitenformats, der Satzfläche und der gewünschten Ränder. Größere Ränder erfordern mehr Blindmaterial. Seitliches Blindmaterial läuft vertikal an beiden Kanten der Druckform; Kopf- und Fußmaterial läuft horizontal oben und unten. Quetsche, keilförmige Verschlussmittel, drücken gegen das Blindmaterial und erzeugen die Spannung, die das ganze System starr hält. Eine schlecht geplante Anordnung des Blindmaterials macht das Quetschen schwierig und schafft schwache Stellen, wo Lettern verrutschen können.
Blindmaterial muss sauber gehalten und systematisch gelagert werden, da ein verbogenes oder verformtes Stück die Passergenauigkeit eines ganzen Auftrags ruiniert. Werkstätten halten Sätze in gängigen Breiten vor: 2er, 4er, 6er und größere Abstände, um schnell verschiedene Seitenformate zusammenzustellen. Der Begriff stammt vom allgemeinen Sinn einer Stützstruktur, bezieht sich aber im Druckgewerbe speziell auf das Holz- oder Metallblindmaterial der Druckform selbst, nicht auf die Presse oder andere Ausrüstungen.