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Schiffbau und Werft

neu abdichten

Englisch: repay

Ein Schiff erneut mit Teer, Pech oder ähnlichem Material abdichten oder überziehen.

abdichten: Holzrumpf mit heißem Teer oder Pech versiegeln

In der Werftarbeit bedeutet abdichten, eine frische Schicht Teer, Pech oder ähnliches Dichtungsmittel auf die Außenplanken oder Nähte des Holzrumpfes aufzutragen. Der Begriff beschreibt Instandhaltung, nicht Neubau: Die Außenfläche eines Holzschiffes wird durch Sonne, Salzwasser und Witterung angegriffen, und das Abdichten stellt die wasserdichte Schutzschicht wieder her, die den Rumpf dicht hält. Die Arbeit besteht darin, das Dichtungsmittel auf Arbeitstemperatur zu erhitzen und es in die Nähte zu drücken oder mit Pinseln, Mops oder speziellen Werkzeugen auf die Planken aufzutragen.

Teer und Pech waren Jahrhunderte lang die wichtigsten Rumpfdichtmittel. Steinkohleteer, ein Nebenprodukt der Gasherstellung, wurde im 19. Jahrhundert zum Standard in Industriewerften, weil er billiger und zuverlässiger war als Pech aus Baumharz. Pech wird bei Temperaturschwankungen weich und hart; Teer bleibt stabiler. Moderne Holzschiffe und Restaurierungsarbeiten verwenden möglicherweise synthetische Ersatzstoffe oder epoxidbasierte Dichtungen, aber das Prinzip und die Fachsprache sind in traditionellen Werften unverändert.

Zeitpunkt und Verschleiß

Abdichten ist keine einmalige Aufgabe. Ein gut gepflegter Holzrumpf muss je nach Klima, Schiffsnutzung und Eintauchtiefe normalerweise alle drei bis fünf Jahre neu abgedichtet werden. Die Planken über der Wasserlinie verschleißen schneller, weil sie größeren Temperatur- und Sonnenlichteinflüssen ausgesetzt sind. Die Nähte unter der Wasserlinie werden von Meeresorganismen und osmotischem Druck angegriffen, aber das Dichtungsmittel hält länger in der kühleren, dunkleren Umgebung.

Vernachlässigte Nähte ermöglichen Wassereintritt in das Holz, was zu Fäulnis, Festigkeitsverlust und schließlich zum Totalversagen führt. Eine offene Naht ist schwierig und teuer zu reparieren; regelmäßiges Abdichten verhindert dies. Werftarbeiter lernen, den Rumpfzustand durch Sicht und Gefühl zu beurteilen: rissiges, abblätterndes oder dünnes Dichtungsmittel zeigt an, dass Abdichten überfällig ist.

Das Wort abdichten in diesem Zusammenhang ist rein maritim und historisch. Es stammt vom Altfranzösischen payer, was bedecken oder dichten bedeutet, und hat keine Verbindung zur finanziellen Rückzahlung. Außerhalb der Holzschiffsinstandhaltung und Denkmalpflege ist der Begriff praktisch unbekannt. In modernen Werften, die von Stahl- und Verbundstoffen dominiert werden, ist das Abdichten eine Spezialfertigkeit, die auf eine schrumpfende Zahl von Handwerkern und Denkmalpflegeprojekte beschränkt ist.

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