Durchschlag
Englisch: show-through
Das unerwünschte Durchscheinen von auf einer Seite eines Blattes gedrucktem Material auf die andere Seite.
Durchschlag: Tinte ist von der Rückseite des Blattes sichtbar
Durchschlag entsteht, wenn Tinte, Farbstoff oder Beschichtung auf einer Seite eines Substrats auf der Rückseite sichtbar wird. Das bedruckte Bild erscheint als schwacher Schatten oder Geisterkontur, wenn man auf die unbedruckte Seite schaut, oder es scheint bei dünnem Material deutlich durch. Das unterscheidet sich vom Durchdruck, bei dem die Tinte das Substrat vollständig durchdringt; Durchschlag ist ein Sichtbarkeitsproblem, auch wenn das Material selbst unbeschädigt bleibt.
Die Grundursachen sind Substratgewicht, Saugfähigkeit und Tintenzusammensetzung. Leichte Papiere unter 60 g/m² neigen zu Durchschlag, weil Licht leicht hindurchgeht und die Tintenschicht an der Oberfläche oder nahe darunter sitzt, anstatt vollständig aufgesogen zu werden. Unbeschichtete Papiere mit hoher Porenanteil saugen Tinte ungleichmäßig auf und erzeugen dunkle Flecken, die Licht durchlassen. Hohe Tintensättigung, besonders bei dichter Flächendeckung oder hohen Pigmentanteilen, verschärft Durchschlag. Umgekehrt minimieren hochwertige beschichtete Sorten mit angemessener Leimung und Versiegelungsmitteln, typischerweise 80 g/m² und darüber, das Problem.
Der Begriff nimmt seine wörtliche Bedeutung aus dem optischen Phänomen: bedrucktes Material scheint buchstäblich durch. Im Offsetdruck und in der Flexografie wird Durchschlag durch Kontrolle der Tintenschichtdicke, Verringerung des Tonwertzuwachses und Auswahl von Papier mit angemessenen Undurchsichtigkeitswerten gemanagt. Undurchsichtigkeit ist ein formales Maß: Die meisten Druckpapiere für gewerbliche Zwecke liegen zwischen 80 und 94 Prozent Undurchsichtigkeit, was bedeutet, dass dieser Prozentsatz des Lichts blockiert wird. Ein Papier mit 90 Prozent Undurchsichtigkeit lässt immer noch 10 Prozent durch, genug, dass dunkle Flächen bei dünnen Blättern durchgeistern.
Durchschlag ist am kritischsten bei Publikationen, auf deren beiden Seiten wichtige Informationen stehen: Zeitungen, Magazine, Direktmarketing und beidseitig bedruckte Anleitung. Leser finden umgekehrten Text oder Bilder ablenkend oder unprofessionell. Bei Verpackungen und Etiketten kann Durchschlag Markenbotschaften oder Informationen zu Bestimmungen verdecken. Das Problem verschärft sich, wenn bedruckte Blätter von hinten beleuchtet werden oder gegen eine Lichtquelle gehalten werden, etwa in Fensterkuverts oder transluzenten Anwendungen.
Drucker gehen Durchschlag zunächst durch Substratauswahl an: Upgrade von 50 g/m² auf 80 g/m² Zeitungspapier oder Spezifizierung von Text-Gewicht statt Bond für Formulare. Tintenerezeptanpassung folgt: Pigmentkonzentration senken, Binderanteil erhöhen oder zu Tinten mit geringerer Dichte wechseln. Nassübertrag-Sequenzen sind bei mehrfarbiger Arbeit wichtig, da frische nasse Tinte über trockener Tinte sitzt und leichter durchscheint. Manche Betriebe nutzen Kalandrieren, um die Papieroberfläche zu komprimieren und optische Transmission zu reduzieren, obwohl dies andere Eigenschaften wie Helligkeit und Haptik beeinflusst.